Ab 12.02 . LUTHERSTRASSE

Montag 29.03.

22,00 Claudia hat mir gerade geschrieben, daß ab Morgen in New York jeder ab 30 einen Impftermin bekommen kann. Claudia hat für Morgen einen Impftermin. Ich habe heute wieder am Impfzentrum Leipzig versucht einen Termin zu bekommen. Absage. Der gleiche Text wie gestern. Die Merkel hat aus der Bundes Republik Deutschland scheinbar eine neue Deutsche Demokratische Republik gemacht.-

17,00 Das Heulen ist ein bißchen weniger geworden. Aber als vorhin die Dame von der Provinzial Versicherung anrief, da gings wieder los. Du hast Dich unser Leben lang um die privaten Versicherungen gekümmert Helmy. Selbst mit dem Herrn Hartz kamst Du im Gegensatz zu mir, ja gut zurecht. Dieser Bauer hat mich jahrelang bei der Firmen Feuerversicherung beschissen. Es bestanden zwei Sturm und Wasserschäden Versicherungen für den Betrieb. Ja, klar. Ich muß da irgendwann geschlafen haben, aber als ich ihm auf die Schliche kam, hat er sich strikt geweigert, mir irgend etwas zurück zu zahlen. Ich habe mich dann geweigert weiter mit Hartz zusammen zu arbeiten.

12,00 Hallo Helmy, ich war gerade zu Fuß an der Packstation. Ein paar neue Schuhe abgeholt. Würden Dir glaube ich gefallen. Dabei habe ich gesehen, daß die Forsythien anfangen zu blühen. Wir werden uns leider nie mehr gemeinsam darüber freuen können.

10,00 „Exponentielles Wachstum“ mit diesem Begriff schlägt Frau Merkel jeden Tag um sich. Hört sich spannend und gefährlich an. Wer weiß denn schon, was das bedeutet? Ich will jetzt keinen beleidigen, ich kann es auch nicht erklären., aber welcher Handwerker, welche Friseurin, welcher Fernfahrer weiß das denn schon. Und jetzt lach ich mich schlapp. Welcher Volksvertreter in Deutschen Bundestag kann mir denn das erklären? Glaubst Du, daß Frau Baerbock oder der Philosoph Habeck „Exponentielles Wachstum“ erklären können. Nur mal so zum Spaß:
„Exponentielles Wachstum (auch unbegrenztes bzw. freies Wachstum genannt) beschreibt ein mathematisches Modell für einen Wachstumsprozess, bei dem sich die Bestandsgröße in jeweils gleichen Zeitschritten immer um denselben Faktor vervielfacht.“ Noch spannender ist natürlich die dazugehörige Formel. die Formel, Aber lieber nicht.

Oder doch {\displaystyle v={\frac {B(t+T_{v})}{B(t)}}=b^{T_{v}}=e^{\lambda {\dot {T}}_{v}}>0}“>.   Ha, ha, ha.</p>



<p>8,00 Ich nehme mich ja so wichtig. Ich heule und jammere über Helmy´s, ja und vor allem über mein Schicksal. Und wenn ich dann mal ein bißchen in mich gehe, schäme ich mich, weil ich merke, daß ich ein so kleines, unwichtiges Licht bin, wie eine Eintagsfliege. Es gab mal Zeiten, da bildete ich mir ein, ohne mich, würde………</p>



<p>Die wirklich wichtigen Menschen habe ich gestern Abend in der Sendung „Anne Will“ in der ARD gesehen. Frau Merkel und ja noch viel wichtiger: Frau Will.  Gewundert habe ich mich nur, daß die Veranstaltung ohne Frau Hayali, Frau Schwarzer und Frau Pooth, Verena stattfinden konnte.  Ich konnte die Sendung leider nur 10 Minuten sehen, dann wurde mir schlecht, von der schlechten Schauspielerei und Lügerei. </p>



<p>Ich weiß, ich bin auch arrogant und überheblich, was mich aber am meisten wundert, ist, daß so viele Menschen, die sicher viel intelligenter sind,  nicht kapieren, was da gerade in Deutschland abgeht und abgegangen ist.</p>



<p>Alles demokratisch und ohne Alternative.</p>



<p>Am Mittwoch vor Karfreitag, findet die einmalige, monatliche Fütterung der Armen statt.  Es gibt Rente und Hartz 4. Viele diese Menschen haben am Mittwoch Morgen keinen Cent mehr im Portemonnaie. Hat Frau Merkel vielleicht den Ruhetag am Donnerstag und Samstag zurück genommen, weil denen da oben klar geworden ist, daß am Mittwoch Nachmittag ein paar Millionen „arme Deutschen “ die letzte Chance haben, vom 31.03 bis zum 5.04. Lebensmittel zu kaufen?  Alle zusammen zur gleichen Zeit?</p>



<p>Wahlumfragen CDU 25, und die Grünen 23% Bald hat die Merkel es geschafft die einzige demokratische Partei rechts der Mitte zu vernichten. AFD ist bekanntlich undemokratisch die SPD zerlegt sich ja selber.</p>



<p>Entschuldigung, jetzt geht es mir besser.</p>



<p><strong>Sonntag 28.03 </strong></p>



<p>11,00 </p>



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Habe heute Morgen versucht online einen Impftermin zu bekommen.

9,00

6,00 Seit 2010 war Helmy in permanenter ärztlicher Behandlung. Sie ist zig mal im Krankenhaus gewesen. Sie ist zigmal geröntgt worden. Ich weiß nicht wie oft Ihr Blut untersucht worden ist. Sie hat eine Chemo Therapie gegen Granulomatose mit Polyangitis bekommen. Ein Notarzt hat ihr sogar einmal unterstellt, sie simuliere nur. Warum habe ich dem Arschloch nicht wirklich was in die Fresse gehauen, so wie ich es ihm angedroht habe? Nicht die weiß bekittelten Professoren, Oberärzte und total überforderten Assistenzärzte sind auf die Idee gekommen, sondern erst als es zu spät war, hat eine verhältnismäßig kleine Röntgen Praxis in Schönefeld diagnostiziert: Lungenkrebs.

Ja Helmy Du hast Pech gehabt, sowas passiert schon mal, sagen die Damen und Herren in den riesigen Kliniken in denen Du zur Untersuchung und Behandlung warst. Du hast allen diesen Göttern vertraut. Wenn ich versucht habe, diese arroganten, überheblichen Säcke mal wach zu rütteln, stand ich immer kurz vor einem Hausverbot. Ich habe alles versucht Dir zu helfen. Ich habe es nicht geschafft. Obwohl ich für die vielen schönen Jahre mit Dir unendlich dankbar bin, so unendlich traurig bin ich auch, was die Ärzte?das Schicksal?oder „der liebe Gott“ ? Dir angetan haben. Es haben gute Freunde für Dich gebetet, ohne Erfolg. Ich würde so gerne daran glauben: We’ll meet again some sunny day.

Samstag 27.03.

20,00 In NY gibt es jetzt Impftermine für alle, die über 50 sind. Bei uns gibt es noch nicht mal Impftermine für alle die über 80 sind. Bravo Frau Merkel und Herr Spahn . Vieleicht sollten Sie sich mal dafür bei uns entschuldigen und nicht für den zurück genommenen „Stubenarrest“

12,00

Während ich das Gemüse schnibbele, frag ich mich, gibt es irgendeinen Menschen, der Helmy mal böse war oder böse ist? Ich kenne keinen. Sollte es doch einen geben, und sollte er das hier lesen, bitte melden. Ich kenne auch keinen, dem Helmy wirklich böse war. Wenn wir beide mal Krach hatten war das Schlimmste was Du zu mir gesagt hast: „Du Arschloch“. Lediglich einmal, als Du total sauer auf mich warst, das war, als ich mehr bei Werbinsky zum Arbeiten war, als zu Hause, hast Du, soweit ich mich erinnern kann „Du alte Drecksau“ zu mir gesagt. Du hattest ein halbe Flasche, ich weiß nicht mehr was getrunken als ich nach Hause kam, und warst ziemlich voll. Du wolltest mich wach rütteln, aber ich war total wach. Es war keine andere Frau im Spiel, es ging nur darum, das Geld für die nächste Bankrate am Monatsende und für Zigaretten und ein bißchen Essen aufzutreiben. Aber Du hattest die Schnauze glaube ich voll. War das das einzige Mal? Nein, sicher nicht. Aber sonst hast Du Dir nie etwas anmerken lassen. Zumindestens hast Du nie etwas gesagt. Ich glaube Du warst die einzige, ich kenne, die nach dem christlichen Gebot gelebt hast „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als dieses. Steht in der Bibel.

Das war und ist bei mir ganz anders und ich bin nicht stolz darauf, zumindestens in den meisten Fällen nicht. Es gibt viele, die ich beleidigt habe, und viele, auf die ich stocksauer war. Und viel mehr Leute gibt es wahrscheinlich, die auf mich stocksauer waren und sind.

Was warst Du in Deinem vorigen Leben, daß Du in diesem Leben keinerlei Haß empfunden hast. Wo ich Haß empfunden habe, warst Du glaube ich nur traurig?

8,30 Um auf andere Gedanken zu kommen, werde ich gleich mal anfangen die vierteljährliche Umsatzsteuer Voranmeldung fertig zu machen. Aber vorher noch Küchendienst. Ein bißchen putzen, Müll runterbringen und Mittagessen machen. Gemüsepfanne.

8,00 Ich denke an „Helmy´s letzte Party“. Das ist im Moment so weit weg. Ich habe keine Ahnung wann das möglich sein wird. Bei Party fällt mir ein, wie Helmy sich auf die Einweihungsfeier bei Locatelli gefreut hat. Einmal noch nach Italien. Einmal noch die alten Freunde sehen. Alles vorbei.

Hier waren wir noch glücklich, Urlaub in „Casa Martina“ in Zogno
Unser letzter Urlaub in Italien.

4,30 Genau vor vier Monaten hast Du den Kampf gegen den Tod verloren. Dui hast gekämpft wie ein Löwe. Du wolltest nicht gehen. Es tut mir so leid und ich vermisse Dich so sehr!! Du warst immer mit beiden Beinen auf dem Boden. Und jetzt sollst Du im Himmel sein? Wenn ich Deine Fotos sehe, und wenn ich an Dich denke, heule ich sofort los. Wie soll das nur weitergehen? Bitte helf mir ein bißchen wenn Du kannst.

Freitag 26.03. ( 2×13)

17,00 Wenn ich Frau Margot Käßman, das ist die ehemalige Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags bis sie am 20. Februar 2010 gegen 23 Uhr in Hannover mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,54 ‰ bei Rot über eine Ampelkreuzung fuhr, höre, die heute bei der Illner sagt:“ das Leben ist stärker als der Tod“, wird mein Hals wieder dicker. Ein Spruch, der sich gut anhört, der aber nach meiner Erfahrung nicht der Wirklichkeit entspricht.

12,15 Heute Mittag gabs bei mir Heringsfilet mit Pellkartoffeln. Mal wieder viel zu viel gegessen, Seit Ende der Umzugsschlepperei 2 Kg zugenommen. Das muß wieder weg.

Aufschreiben war für mich schon immer eine gute Therapie. Als ich noch arbeitete, habe ich oft Faxe an meinen Geschäftspartner geschrieben, und meine Wut und meinen Frust in diese Faxe geschrieben. Ich habe sie aber nicht abgeschickt, sondern über Nacht liegen lassen. Am nächsten Morgen war meine Wut in den meisten Fällen verschwunden, für alle Beteiligten die beste Lösung.

7,00 Konnte nicht so richtig durchschlafen und habe dann natürlich an Helmy und ja, auch über den Tod nachgedacht. Dabei fiel mir ein, daß ich vor vielen Jahren während einer Messe nach dem Abendessen lange mit einem Freund darüber gesprochen, wie wir einmal sterben möchten. Lieber tot, wenn man morgens wach wird, oder in aller Ruhe von Freunden und allen nahestehenden Menschen verabschieden. Obwohl ich da schon , ich weiß nicht genau, ungefähr 50 Jahre alt war, war ich damals aus heutiger Sicht, ziemlich naiv. Der Tod ist ganz normal und gehört zum Leben, haben wir gesagt. Der Tod ist ehrlich sauber und anständig. Das stimmt für mich heute nicht mehr. Er ist gemein, unfär, hinterlistig, dreckig grausam. Einzig und allein der unbeirrbare Glaube an das Paradies oder den Himmel „danach“ macht dieses fürchterliche, einmalige Erlebnis vielleicht einigermaßen erträglich. Oder sehr starkes körperliches Leiden, wo der Tod eine Erleichterung ist. Aber genau so normal wie die Geburt. Da werden einige noch sehr überrascht sein. Das was uns in schönen Filmen gezeigt wird, ist glaube ich eher die Ausnahme. Tut mir leid.

Donnerstag 25.03.

17,00 Gestern ist mir mein Glasmessbecher einfach auseinander gebrochen, als ich dabei war, den Oleander mit lauwarmen Wasser zu begießen. Vorhin, als ich meine Jacke aus dem Schrank nahm, habe ich Helmy´s offene Puderdose aus dem Schrank gezogen, alles lag auf dem Boden. Paßte es Helmy nicht, wo ich hinwollte? War sie gestern wütend, daß ich den Oleander mit warmen Wasser begossen habe?

Ich habe immer behauptet, ich sei nicht abergläubig. Und jetzt? Ausnahme war immer nur der 13 zehnte. Aber fast alle haben mir zu erklären versucht, daß Helmy in meiner Nähe ist. Was soll ich glauben? Alles Zufall? Helmy, Du sprichst ja nicht mit mir!?!

15,00 Beim Ansehen der Fotos heute und dabei an Helmy denkend kommt die Überlegung: wer hat was von wem geerbt. Unsere drei Kinder sind alle drei sehr unterschiedlich, ebenso die zwei Enkelinnen, aber Helmy und ich waren uns ziemlich einig, wer von wem. Die Urenkel sind eindeutig natürlich auch sehr unterschiedlich, da kann ich mir aber überhaupt kein Urteil erlauben: wer von wem, da ich sie überhaupt nicht kenne.

Mein Versuch der Sache mit Hilfe der Mendelschen Gesetze auf den Grund zu gehen, ist heute kläglich gescheitert, genau wie der Umgang damit in Biologie vor ungefähr 62 Jahren. Die gesammelten Zensuren auf der Hülle meines Biologie Heftes von damals geben wahrscheinlich die Erklärung dazu. Zu dumm. Egal. Scheiß drauf!

11,45 Mein Nußknacker ist beim Umzug irgendwo auf der Strecke geblieben.

Die Walnüsse aus den USA schmecken sehr gut mit der Wasserpumpenzange „geknackt“. Komisch ist für mich, früher kamen die Pilze und Nüsse aus Rumänien. Und heute aus den USA?

8,00 Ein schöner Morgen . Julia hat mir eine liebe Nachricht geschickt und gleich noch zwei Fotos meines U-Enkels Spencer angehängt. Der Haarschnitt „Do it yourself by Julia“ ist meiner Meinung nach ausgezeichnet gelungen.

Außerdem noch ein Foto unserer ausgesonderten Kommode und ein altes Bild von Urgroßonkel Walter Keil. Diese Teile alleine hätten fast meine jetzige Wohnung ausgefült. Ich bin jedenfalls heilfroh, daß die Dinge bei Euch Julia und auch bei Euch Karoline einen Platz gefunden haben, und diesen Dingen der Sperrmüll erspart geblieben ist.

Mittwoch 24.03.

20,00 Meine kleine Wohnung mußte ich heute umräumen, da ich festgestellt habe, daß die Balkontür gar nicht richtig auf ging. Jetzt ist es nicht mehr ganz so schön bei uns, aber ist ok. Die Palme ist eigentlich viel zu groß für die Wohnung, aber da Du sie schon 30 (?) Jahre gepflegt hast, werde ich sie mit Sicherheit nicht entsorgen. Ich müßte einen Sonnenschirm haben, da ich sonst in der Wohnung eine Sonnenbrille benötige. Unseren letzten Sonnenschirm kann ich vom Balkon aus sehen. Er steht bei meiner ehemaligen Nachbarin auf der Terasse. Ich habe ihr den Schirm geschenkt, da sie bei beim damaligen Umzug die Endreinigung unserer Wohnung übernommen hat.

12,00 Der Arzt hat heute wieder selber gespritzt. Sieht bis jetzt sehr gut aus. Er ist der gleichen Meinung wie ich, das wir nächstes Jahr um diese Zeit immer noch hier sitzen und jammern “ Es sind jetzt schwierige Zeiten“

Eingekauft habe ich auch, zur Not komme ich damit aus bis zum 6. oder 7. April.

9,30 Helmy, Dein Suppenkaspar hat die Suppe für heute und morgen fertig. Du wirst es ja schon gesehen haben, die Grünen sind bald die stärkste Partei Deutschlands. Wir haben immer gesagt, wenn die Grünen zusammen mit den Roten Deutschland regieren, werden wir gehen. Was soll ich machen? Ich würde das Haus in Priorei ja verkaufen und abhauen, aber ich fühle mich verpflichtet unseren Mietern gegenüber und unserer Tochter Claudia gegenüber, die als einzige unserer Kinder das Haus unbedingt haben möchte. Voraussetzung dafür wäre von meiner Seite aus, daß das Haus nach Claudia an die Enkel oder Urenkel Generation weiterginge, wenn da Interesse bestünde. Ich würde mich freuen, wenn es in unserer Familie bliebe. Sollte dieser Plan in die Hose gehen, haue ich ab, solange ich gesundheitlich noch kann.

Das einzige, was Gutes für mich von den Grünen käme, ich könnte mich in Zukunft ganz legal tot kiffen.

8,00 Wenn ich morgens um 7,30 nachfolgende Mail aus der „nachbarschaftliche Gemeinschaft“ (die ich übrigens überhaupt nicht kenne) bekomme, habe ich für heute schon wieder die Schnauze voll.

Zur „“nachbarschaftliche Gemeinschaft“ möchte ich noch sagen: Als die Häuser dieser Gemeinschaft gebaut wurden, wurde unser Abhang von den lieben neuen Nachbarn als Müllhalde benutzt. Natürlich waren es, wie immer die Anderen. Ich will und kann keinen speziell beschuldigen, aber der Abfall an unserem Abhang kam von diesen lieben neuen Nachbarn.

Hallo Herr Haase,
wir haben viel Verständnis für Ihre Situation. Es ist jedoch schade, wenn Sie nachbarschaftliche Gemeinschaft als unter Druck setzen empfinden.
Wir sagen natürlich dem Baumpfleger ab und geben Ihnen Gelegenheit, die Sache vor Ort in Ruhe zu bewerten. Sprechen Sie uns bei Fragen gerne an.
Vorsorglich setzen wir Ihnen eine angemessene Frist bis zum 30.11.2021, die Beeinträchtigungen durch Ihre Bäume / überstehenden Äste auf unserem Grundstück zu entfernen.
Mit freundlichen Grüßen 

Ich muß gleich zum Arzt, und habe zum ersten Mal ein mulmiges Gefühl vor einer Spritze.

Dienstag 23.03.

18,00 Heute Morgen bin ich mit Angst wach geworden, und ich denke, ich werde auch mit Angst einschlafen. Meine Angst ist aber eine besondere. Ich fürchte mich vor dem Leben ohne Helmy.

Ich hoffe, daß eine der vielen Krimi Wiederholungen wird mich so beeindrucken wird daß ich auf andere Gedanken komme. Natürlich ist mir heute zum Thema Virus auch noch Aids eingefallen. Auch bei HIV wurde es eigentlich nur gefährlich, wenn man wieder besseren Wissens gegen die allgemein bekannten Regeln verstieß, oder als Ehefrau einen bösen Buben hatte, der das Virus mit nach Hause brachte. Der Unterschied zu Corona, es haben lange nicht so viele ohne Gummi gevögelt, wie heute ohne Maske sich mit fremden und nicht im Haushalt lebenden Personen in unvernünftig kleinem Abstand ohne Maske miteinander unterhalten.

Aber ich glaube, daß die finanziellen Folgen dieser ganze Katastrophe wird zu sehr, sehr vielen persönlichen existenziellen Katastrophen führen. Hoffentlich nicht! Das Haushaltloch ist bis jetzt nicht größer als nach der Wiedervereinigung. Aber damals stimmte wenigstens die Kasse der EU. Das ist heute anders.

11,30 Ich habe noch weiter darüber nachgedacht, wie das mit der Angst so gelaufen ist. Als ich 10 Jahre alt war, saß bei uns am Mittagstisch, neben meiner Mutter, ein Flüchtling. Nicht aus  Afghanistan oder aus Syrien. Nein, ganz schlicht und einfach aus Schlesien. Jetzt könnte ich eine ganze Menge über Schlesien schreiben, aber es geht um den Flüchtling, der jeden Tag bei uns am Mittagstisch saß. Er war Drechslermeister in unseren kleinen Firma und gleichzeitig der Liebhaber meiner Mutter. Ich behaupte, das war nicht der Grund, warum ich den Kerl gehaßt habe. Aber jeder Psychologe oder Hobby Psychologe. wird behaupten, daß ich das als Betroffener gar nicht beurteilen kann. Ich glaube er liebte es, mir und meiner Mutter Angst mit seinen Prophezeiungen über den kommenden Weltuntergang durch einen Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion zu machen. (1950) Wie gesagt, ich habe den Kerl gehaßt, bis zum Alter von 20 Jahren, als ich ihn mir geschnappt habe (da konnte ich das) und ihm gedroht habe, ihm .. was in die….. . Jedenfalls hat der inzwischen nicht mehr ganz so junge Herr, den Schwanz eingezogen und klein beigegeben. Von da an haben wir uns ganz gut verstanden. Lange Erklärung des Psychologen zu diesem Ritual. Jedenfalls hatte ich zu seinem Sohn Harry, von Anfang an, ein ganz tolles, brüderliches Verhältnis.

9,00 Viel zu warm, viel zu trocken. Dürrekatastrophe. Jetzt haben wir jedenfalls ganz normales April Wetter, vielleicht etwas kalt, aber sonst geht es mir genauso auf den Sack wie vor 50 Jahren. Der Fernseher geht auch nicht.

Ich müßte /möchte in einen Computerladen um meinen Laptop reparieren zu lassen, ich müßte/ möchte zu Obi um mir einige Hilfsmittel zum Aufhängen meiner restlichen Bilder zu holen, ich möchte/ müßte zu Ikea um mir irgend etwas Tisch ähnliches auszusuchen. Bis jetzt esse ich an meinem Schreibtisch, auf den ich nicht verzichten wollte. Scheiß Corona. All das werde ich (vielleicht) überleben. Aber was ist, wenn ich / wir nächstes Jahr um diese Zeit immer noch denken, wann ist der Alptraum endlich vorbei? Was ist, wenn den chinesischen oder amerikanischen Geheimlaboren noch ein paar neue Tierchen entfleuchen?

Helmy erlebt das alles nicht mehr, leider oder Gott sei Dank. Ich werde es auch nicht mehr lange erleben. Aber was ist mit meinen Enkeln, Urenkeln. Helmy und ich haben ein ganz schön abwechslungsreiches und aufregendes Leben hinter uns. Mit vielen Reisen in sehr viele Länder. Aber was ist mit den Kleinen, die sich jetzt bitterböse beschweren, das sie nicht in die Schule oder in den Kindergarten dürfen? Was ist, wenn die Jahrzehnte lange Angst vor dem Sterben durch die Atombombe jetzt abgelöst wird von Jahrzehnte langen Angst vor Corona, oder neuen Pandemien? Und diese Arschlöcher, die jetzt da ohne Maske rum laufen und Corona als normale Grippe bezeichnen. sollten alle zu „Arbeitsdienst“ auf Corona Intensivstationen verdonnert werden.

Montag 22.03.

10,00 Ich denke an Birgit´s Worte und………. Das ist so schön und so traurig. Danke Birgit!

„ich bin überzeugt Mama ist immer in Deiner Nähe. Sie würde niemals einfach so gehen“.

Ich wollte aus der alten Wohnung weg, weil mich so vieles an die schlimmste Zeit unseres Lebens erinnerte. Ein bißchen hatte ich ein schlechtes Gewissen, einfach, ohne das mit Helmy besprochen zu haben, in der Lutherstr. „ein neues Leben“ zu beginnen. Ich hoffe ganz, ganz fest, daß Birgit Recht hat . Ich bin nicht ganz sicher, aber an dem Oleander, der zum ersten mal nach Helmy´s Tod geblüht hat, entwickelt sich eine neue Knospe. Das wäre selbst für mich „ungläubigen Thomas“ ein sehr starkes Zeichen!

Sonntag 21.03.

10,15 In 3 Sat habe ich gerade in der Sendung „Sternstunde Philosophie“ ein Gespräch zwischen der Moderatorin Barbara Bleisch und dem Philosophen Robert Habeck gesehen. Sehr interessant. Soweit ich das beurteilen kann ist Habeck ein sehr intelligenter Philosoph. Wenn ich mir aber versuche vorzustellen, daß Habeck demnächst grüner Bundeskanzler werden könnte, dann kann ich nur sagen, viel Spaß.

Im Zusammenhang „Philosophie“ : Ich interessiere mich sehr für Philosophie und habe versucht als 15 jähriger das Buch “ Imanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft “ zu lesen, was mir nicht gelungen ist. Erstens habe ich sehr viele Dinge nicht verstanden und zweitens fehlte mir und fehlt mir auch heute noch der wirkliche Wille mich da durchzuarbeiten. Das Buch habe ich von meinem Vater geerbt, der offensichtlich intelligenter war als ich und scheinbar auch die Fähigkeit hatte, das Buch zu verstehen, jedenfalls lassen die vielen handschriftlichen Bemerkungen von ihm in dem Buch das vermuten.

8,00 Ich hätte meinen mehr als 30 Jahre alten s.Oliver Pullover fast versaut. Weil ich zu faul war das kostbare Stück mit der Hand zu waschen oder ihn alleine als „Wolle“ in der Waschmaschine zu waschen, habe ich ihn zusammen mit meinen T-Shirts gewaschen. Werde ich nicht noch einmal machen. Du hättest rot gesehen Helmy, ich weiß.

Kochen brauche ich nicht, es gibt die andere Hälfte der Graupensuppe von gestern, Hab schon probiert, bin sehr zufrieden.

Samstag 20.03.

17,30 Ich esse gerne Möhren. Als ich mir vorhin eine kleine Möhre auf ein Frischkäsebutterbrot schnitt, fielen mir Möhrchenwitze ein, die ein Kunde von mir in meinem vor, vor, vorigen Leben, immer wieder erzählte. Am meisten konnte er darüber aber selber lachen. Das war, als Helmy und ich Produzenten von Holzdrehteilen in Priorei waren. Der Kunde kaufte bei uns Pfeffermühlengehäuse in sehr großen Mengen. Die Mengen waren groß, der Verdienst klein, und zum Schluß hat sich der gute Mann noch mit meinem ganzen Verdienst aus dem Staub gemacht.

Häschen kommt in eine Apotheke und fragt: Haddu Möhrchen? Die Apothekerin antwortet: Nein. Am nächsten Tag kommt Häschen wieder und fragt: Haddu Möhrchen? Die Apothekerin antwortet wieder: Nein. Am dritten Tag hängt ein Schild an der Tür: Möhrchen ausverkauft. Häschen beschwert sich bei der Apothekerin: Haddu doch Möhrchen gehabt.

Das Ende der Geschichte mit diesem Kunden, er hieß übrigens Junglas, meine Kinder werden sich mit Sicherheit an ihn erinnern, war dann gar nicht mehr lustig. Nachdem seine Frau meiner Helmy bei einem privaten Abendessen bei Junglas zu Hause gestanden hatte, daß sie noch nicht einmal mehr Geld für einen neuen Büstenhalter hätte, und mein Bankberater mich schon mehrmals gewarnt hatte, daß ich auf meinen Forderungen sitzen bleiben würde, war er dann wirklich Pleite. Eigentlich waren waren wir „Freunde“ , hat mich 50.000,- Mark gekostet.

16,30 An der Packstation war überraschender Weise ein Paket aus Brünn, mußte also doch nochmal raus. Beim aussteigen aus meinem alten Schätzchen, dachte ich: „reiß Dich mal zusammen, Du steigst ja aus wie ein Achtzigjähriger,“ ha, ha.

Daß ich mehrere male am Tag in ein tiefes Loch falle, ist wahrscheinlich der Preis, den ich jetzt zahlen muß dafür, daß ich mehr als sechzig Jahre mit der tollsten Frau der Welt zusammenleben durfte. Das lesen ist freiwillig. Gelle?

14,00 Die Graupensuppe ist gut gelungen, schmeckte ein bißchen anders als bei Helmy. Anstatt der Hackfleich Bällchen habe ich den Bratwurst Inhalt versucht zu Bällchen zu formen. Ist mir eingefallen, hat Helmy so gemacht.

8,00 Ein komisches Gefühl. Ich muß heute nicht irgendwo hin, morgen nicht und übermorgen auch nicht. Ich weiß noch nicht so richtig was da jetzt passieren wird. Wird das ein schönes Gefühl oder wird mir der „Stress“ fehlen. Ein Problem: ich habe jetzt noch mehr Zeit über Helmy, aber auch über andere Themen nachzudenken. Schön oder nicht schön. Ich würde gerne wieder mehr lesen und Musik hören. Aber werde ich die innere Ruhe dazu haben? Dennoch am Freitag zum Arzt und am 13. April zum Bürgeramt zum Ummelden.

Freitag 19.03

16,30 Ich habe Helmy´s kleine Stereoanlage in Betrieb genommen. Ist schon sehr alt, sieht man auch. Dazu habe ich mir einen großen Kasten CD´s und Kassetten aus dem Keller geholt. Ich höre Musik von Ella Fitzgerald, sehe Bilder von Helmy und heule mal wieder.

12,30 Gott sei Dank! Wohnungsübergabe eigentlich ohne Probleme, nur ein bißchen Gekabbel. Helmy ich hoffe, Du hast nichts in der Wohnung vergessen?

Zu Essen gibt es Tomatensuppe Ausführung Nr. 23. Fünf Tomaten, eine sehr große Möhre, eine große Zwiebel, Pfeffer, Salz, 3 Lorbeerblätter, 1Eßlöffel Fondor. Schön gekocht mit Gemüsebrühe und anschließend püriert. Die Möglichkeiten sind unendlich. Schmeckt.

9,00 Die ersten 17 Jahre meines Lebens habe ich sehr gut ohne Helmy leben können. An diese Zeit erinnere mich selten. Meine Erinnerung fängt eigentlich an einem sonnigen Tag im Februar 1959 an, als ich Helmy zum ersten Mal in einem Gasolin Overall an „Heinrichs“ Tankstelle in Oberhagen sah. Ich habe mich sofort, fast krankhaft verliebt. Die Ausbildung war mir plötzlich total egal. Zum Vorsemester in der Maschinenbauschule bin ich nur noch sporadisch gegangen, und dann gar nicht mehr. Ich hatte keine Zeit mehr außer für Helmy. Seit dem Tag waren wir fast immer zusammen, ja sogar meistens während der Arbeit. Ich habe Helmy länger gekannt als meine Mutter oder sonst Irgendjemanden. Jetzt lebe ich seit fast vier Monaten wieder ohne Dich Helmy. Ich verstehe es nicht, bin wütend und heule wie ein kleiner Junge.

7,30 Muß um 11 in der alten Wohnung zur Übergabe sein. Komme mir so ein bißchen vor, wie vor einer Gerichtsverhandlung, ist der Richter mir gut gesinnt oder nicht? Auf jeden Fall muß ich „cool“ bleiben und nicht gleich aggressiv werden, wenn mir was nicht paßt. Helmy war da 100 mal diplomatischer als ich.

Donnerstag 18.03.

16,45 Meine „Puppenküche“ gefällt mir inzwischen ganz gut.

15,00 Die Farbe meines Armes ist jetzt von blau in rotbraun übergegangen.

12,30 Wenn man mal so alt geworden ist, hat man, habe ich ab und zu das Gefühl, das man bestenfalls noch geduldet ist. Wahrscheinlich geht das Gefühl aber nach: „wem der Schuh paßt, der zieht ihn sich an“.

Die (schönen) Erinnerungen sind eigentlich das Einzige was geblieben ist, aus der Zeit, als man noch respektiert und nicht nur geduldet wurde.. Deswegen sind die meisten Erinnerungen auch besonders wertvoll. Noch schöner sind die Erinnerungen aber, ( nicht nur die mit Helmy gemeinsamen ) wenn man sich an sie gemeinsam mit dem, mit dem man sie erlebt hat , erinnern kann.

11,00 war beim Arzt mir eine Eisenspritze abholen. Der Arzt hat die Spritze in die Vene gestochen, dann durfte die (große, dürre) Studentin weiterspritzen. Sie hat tapfer versucht, sich ihre Angst nicht anmerken zu lassen. Aber irgendwie hat ihre Spritze doch dicke, blaue Spuren bei mir hinterlassen.

Heute Mittag gibt es bei mir die zweite Hälfte der Gemüsesuppe von Gestern. Schmeckt heute noch besser.

7,30 Seit Helmy nicht mehr bei mir ist, habe ich mehr Aufträge in meiner kleinen Firma bekommen wie lange nicht. Liegt das an……. ich weiß nicht was, oder habe ich jetzt einen besonderen Schutzengel? Helmy hat sich über fast nichts mehr gefreut, als über gute Geschäfte. Eine verkaufte neue Loc. Maschine war für Helmy immer etwas besonders tolles. In Claudias Firma läuft es übrigens auch ein bißchen besser, trotz Corona.? Positive Energie, oder was ist passiert? Zufall?

Mittwoch 17.03.

15,30 Es gelingt mir einfach nicht, meine Gedanken zum Thema Sinn des Lebens, abzuschalten. Wenn ich noch ne sinnvolle Arbeit hätte, würde ich wahrscheinlich nicht auf solche, vielleicht bescheuerten, Gedanken kommen. Hat ein Gott entschieden, Helmy stirbt und Gerd lebt noch ein bißchen weiter? Oder ist es reiner Zufall ? Oder ist es Vorsehung, wie meine Schwägerin Lisa immer behauptete. Gibt es eine Art Verkehrssünderkartei wo Punkte aufgelistet werden? Wer führt diese Kartei? Gibt es eine Art Bußgeld Katalog? Wahrscheinlich läuft das ganze Leben und alles was danach passiert, nach einem System ab, was die Möglichkeiten es zu erkennen die Fähigkeiten des menschlichen Gehirns übersteigt. Zumindest die Möglichkeiten meines Gehirns. War der Sinn unseres Lebens uns fortzupflanzen? War der Sinn des Lebens, zu arbeiten um leben zu können, oder zu leben um arbeiten zu können?

Ich höre schon sagen: „Der hat Sorgen“.

10,30 Helmy und ich und waren überwiegend einer oder ähnlicher Meinung. Nur z.B. bei Suppen und Gemüse waren wir unterschiedlicher Meinung. Ich „liebe“ frisches Gemüse, während Helmy auf Tiefgefrorenes schwor. Ich muß zugeben ihr Tiefgefrorenes schmeckte manchmal besser, als mein Frisches. Trotzdem. Ich glaube, die Suppe würde Dir auch schmecken Helmy?

Nein, das ist nicht für die Suppenküche, sondern nur für mich, für 2 Tage

8,00 Es schneit, das hebt die Stimmung. Mal sehen was uns Herr Spahn heute verkündet.

16.03. 17,00 Bin zurück vom Einkaufen. Nachrichten, Corona wieder noch gefährlicher, der staatlich geprüfte Impfstoff Astrazenena ist jetzt endgültig gefährlich. Wahrscheinlich ab Donnerstag nicht mehr gefährlich? Herr Spahn irrt im dunklen Wald und stochert weiter. Herr Laschet stochert ganz woanders, ebenso wie Söder. Merkel betet nur noch.

Dass erinnert mich an eine Geschichte, die mir mein Freund Ernst mal erzählt hat. Ein Flug in Malaysia. Als das Flugzeug scheinbar nicht mehr steuerbar war, hat der Pilot den Steuerknüppel losgelassen , die Hände gefaltet, die Augen geschlossen und laut gebetet. Der weniger gläubige Ko Pilot wollte weder beten noch sterben und hat versucht die Maschine abzufangen, so wie er es für richtig hielt,was ihm letzten Endes auch gelungen ist. Daraufhin hat der Pilot ein Dankgebet an Gott Allah gesendet, wie es sich gehört.

Ob, und wann ich geimpft werde, und womit, keine Ahnung.

12,00 Am Freitag habe ich Formstähle ins tiefe Rußland nach Barnaul in der Region Altai geliefert. Heute Morgen habe ich die Zahlung des Kundens auf meinem Konto. Wir kennen uns nicht persönlich, der Kunde und ich, aber ich denke wir vertrauen uns trotzdem.

Zu essen gibts heute bei mir Spaghetti mit selbstgemachter Pilz-Tomatensosse.

11,00 Irgendwie fühle ich mich heute freier, weil die alte Wohnung fast weg ist und ich (wahrscheinlich) nur noch einmal nach Möckern fahren muß. Der Ausblick von dem Balkon war sehr, sehr schön, der Abendhimmel war einmalig schön und ich bin glücklich deswegen, weil Helmy ihr letztes Lebensjahr in der schönen Umgebung verbringen durfte. Obwohl sie fast genau so lange in den verschiedenen Krankenhäusern war, wie in der Bucksdorffstrasse. Ich habe so schreckliche Erinnerungen an diese Wohnung, daß ich das Jahr 2020 am liebsten vergessen möchte. Und trotzdem hat es auch da glückliche Momente gegeben. Wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war sie jedesmal glücklich und hat vor Freude geweint. Und Helmy hat hat nicht oft geweint in ihrem Leben. Mein armer Schatz, ich hoffe Du hast keine Schmerzen mehr.

9,45 Der Aufzug in diesem Haus scheint ein Problem zu sein. Wollte gerade einkaufen gehen, aber „WARTUNG“ Schild am Aufzug. 4 Stockwerke runter bis in die Tiefgarage würd ja vielleicht noch gehen, aber mit 2 Taschen rauf, ne. Ich gehe später.

Heute Morgen bin ich nicht so hysterisch, bis jetzt. Ich denke einfach, und glaube zu fühlen, Helmy ist bei mir und versuche keine Erklärungen zu finden, wie und wo. Ein schönes Gefühl.

16.03. 9,30 Am Freitag muß ich die alte Wohnung übergeben. Bin ja mal neugierig auf meinen speziellen Freund, den Hausmeister Herr Monse. Als Helmy und ich einzogen, und am Treffpunkt auf Herrn Monse warteten, unterhielt er sich, für uns sicherlich absichtlich hörbar, was die „Wessis“ doch für Arschlöcher sind. Wir haben uns nichts anmerken lassen. Nach unserem Einzug empfing er mich, wenn ich Probleme mit ihm besprechen wollte: “ Nur keinen Stress!“. Ich muß dazu sagen, ich habe nie mit „Ossis“ Probleme gehabt, nur weil sie Ossis waren, wenn, dann weil sie halt Arschlöcher waren.

15.03. 23,00 Um meine Adresse umzumelden habe ich gerade versucht online einen Termin zu bekommen. Seit Wochen ist kein freier Termin zu bekommen. An gleicher Stelle wird mir aber angedroht, wenn ich mich nicht innerhalb 6 Wochen umgemeldet habe, wird ein Bußgeld verhängt. LECK MICH!

15.03. 20,30 Ich habe Helmy Strickweste angezogen, es ist etwas frisch geworden. Sie hätte sie mir gerne geliehen. Sicher.

15.03. 20.00 heute sind mir immer wieder liebe Sachen eingefallen, die Helmy zu mir gesagt hat. „Komm mal her, sei nicht so verzweifelt“ „Sei nicht so traurig“ „Nimm mich mal in den Arm“. Komm gib mir mal einen Kuß“. Oder nachts war sie manchmal mit einem Bein unter meiner Bettdecke, oder streichelte mich einfach. Jetzt die letzten Jahre nicht mehr so oft, aber immer noch. Ich vermisse das so sehr. Immer wenn ich hier sitze, und irgend etwas am Rechner schreibe, glaube ich aus dem Augenwinkel Helmy in ihrem Sessel sitzen zu sehen. Vielleicht bin ich schon bekloppt? Oder bin ich auf dem besten Wege dahin. Egal.

15.03. 16,30 Wo ist der Unterschied zwischen der Notzulassung eines Medikamentes und der hochwissenschaftlichen Prüfung eines Medikamentes, die wie sich später herausstellt nicht korrekt war.?

15.03. 1430 Ein Freund hat mich in sein Haus am Gardasee eingeladen. Aus verschiedenen Gründen kann ich das Angebot leider nicht annehmen. Schade.

15.03. 12.00 Die alte Wohnung ist leer, geputzt und Fenster geputzt. Ich warte jetzt auf einen Übergabetermin.

Auf dem Rückweg vorhin fiel mir ein, als es Helmy im Sommer nicht so gut ging, habe ich ihr vorgeschlagen, doch einfach nicht mitzugehen zum Einkaufen, bis es ihr wieder besser geht. Daraufhin ist sie angefangen ganz jämmerlich zu weinen und hat gesagt, „Darf ich jetzt nie mehr mit einkaufen gehen?“ Ich glaube, keiner kann sich vorstellen, wie schlimm das für Helmy war, und wie wirklich todtraurig wir beide waren.

15.03. 8,15 Ich bin etwas nachdenklich geworden, ob ich wirklich mit Astrazeneca geimpft werden möchte. Die Geschichten von anschließenden Trombosen wecken in mir ganz schlimme Erinnerungen. 1971 hatte ich eine Lungenembolie (Trombose in der Lunge) nach einer Blinddarm Operation. Mehr tot als lebendig.

Ich fahre jetzt gleich in die alte Wohnung. Ich hoffe, ich werde heute dort fertig.

14.03. 18,30 In den letzten Monaten habe ich so viele Ausgaben gehabt. wie lange nicht. Danke nochmal Julia und Claudia für Eure Aktion und den vielen anderen, die mich finanziell unterstützt haben: DANKE! Um so mehr freue ich mich, wenn ich hier und da noch ein kleines Geschäft machen kann. Heute ist durch mich eine LOCATELLI MK CC Copia 1200 von Schweden nach Slowenien verkauft worden, . Schön Helmy, wir freuen uns, oder?

14.03. 9,00 Mit Helmy´s Blumen wird es ein Problem geben. Die 34 qm sWohnung ist nicht geeignet darin noch eine Blumenecke einzurichten. Im Moment möchte ich den Oleander aber unbedingt behalten , der kleine wird nicht überleben, und wenn möglich auch unsere Palme, die uns seit 30 Jahren begleitet. Die Blumenfachleute sagen allerdings , die Palme kann bis zu 20 Jahre alt werden. Unsere muß also schon 10 Jahre tot sein.

Alle anderen, Helmy, ich denke du bist damit einverstanden, müssen raus auf den Balkon. Es tut mir leid aber, wer den wirklichen Willen und die Stärke hat bei uns zu bleiben, muß kämpfen. Ich werde sie so gut wie ich es kann pflegen, aber sonst…..Sollte unsere USA Reise möglich werden, stellen die Blumen sowieso ein Problem dar.

14 .03. 8,00 Das Wetter ist düster, naß, kalt und windig. Eigentlich das richtige Wetter um sich einen schönen gemütlichen Sonntag zu machen. Mit langem Frühstück im Bett, langes quatschen oder Kuscheln je nach Stimmungslage. Das gelingt bestimmt vielen auch alleine, aber das quatschen und eventuelles Kuscheln fällt alleine extrem schwer. Und wenn man das alleine sein nicht gewohnt ist, und auch nicht die Hoffnung besteht, daß sich das noch einmal ändert, ist das kein Grund vor Glück strahlend in der Gegend rum zu laufen.

Bevor ich vorhin angefangen bin, meine Gedanken aufzuschreiben, war ich am Kleiderschrank, habe Helmy´s Pullover gesehen und Helmy´s Geruch kam mir aus dem Schrank entgegen. Ich habe mal wieder geweint, habe eine Tavor genommen. Das Aufschreiben und die Pille haben mir geholfen, die Welt wieder etwas entspannter zu sehen.

Ich werde jetzt alleine frühstücken, ist bei weitem nicht so schön, und nicht zu vergleichen wie mit Dir zusammen, Helmy.

13.03. 18,00 Die Wohnung habe ich geputzt, den Müll runtergebracht und die letzte Gardinenleiste angebracht. Abend gegessen habe ich auch schon. Tomatenbutterbrote mit Zwiebeln, Pfeffer und Salz.

Jetzt sitz ich hier, sehe in den Himmel (der ist hier natürlich lange nicht so schön wie in Möckern) und grübele. Meine Augen brennen vom Heulen. Das kann doch alles nicht wahr sein, was in den letzten Monaten passiert ist. Bin ich im falschen Film? Die Zeit heilt alle Wunden ist eine bescheuerte, oder auch sehr schöne, ganz wie man möchte, Umschreibung für die Tatsache, daß die Errinnerung im Laufe der Zeit blasser wird. Helmy bitte, bitte bleib die paar Tage, die ich hier noch alleine aushalten muß, wenigstens in meiner Erinnerung, ganz nah bei mir. Ich liebe Dich mein Schatz! Das hätte alles nicht so passieren dürfen. Ich habe jeden Tag das schlechte Gefühl, daß ich nicht genug auf Dich aufgepaßt habe.

Helmy, die Leute hier in der Lutherstr. sind bis auf Herrn Vorberg scheinbar nicht mehr da. Ja doch der alte Holz lebt immer noch, genau so wie sein Hund. Mein „Freundin Maria“ habe ich auch noch nicht gesehen, aber sie scheint noch in der alten Wohnung zu wohnen. Frau , jetzt habe ich den Namen vergessen, Du weißt schon, ach jetzt fällt er mir wieder ein, Frau Brendel scheint noch in der Wohnung zu sein. Von Jentsch habe ich auch noch keinen gesehen. Den alten Hausmeister habe ich auch noch nicht gesehen. Vielleicht ist der auch nicht mehr da. Da ich nicht weiß ob Du das alles selber besser sehen kannst als ich, werde ich Dir schreiben, wenn es hier etwas Neues gibt. Vielleicht kannst Du es lesen?

Der Himm.el über Schönefeld

13.03. 11,45 Zu Essen gibt es bei mir das Steckrübendurcheinder mit zwei Spiegeleiern. Claudia beneidet mich ein bißchen um meine Steckrüben, versteht wahrscheinlich keiner.In die alte Wohnung fahre ich erst Montag. Ich merke, daß mir ein bißchen Ruhe guttuht.

13.03. ich habe schon eine kleine Porzellan Glocke die Helmy gehört und ein Bil d von Helmy heruntergeschmissen. Gestern den Glasdeckel meines Lieblings Topfes. Hat das was zu bedeuten, wenn ja, was? Hat Helmy ihre Hand im Spiel, habe ich was falsch gemacht? Oder habe ich mich einfach nur mal wieder blöd angestellt? Ich denke es kommt einfach daher, daß es bei mir so eng ist, wie in einem gemütlichen U-Boot!

13.03. 8,00 Für mich ist seit vielen Jahren die 13 eine Glückszahl / ein Glückstag. Selbst wenn mir am 13. was Schlimmes passiert, nur der 13. hat Schlimmeres verhindert. Der Wochentag spielt dabei keine Rolle. An einem 13. vor ungefähr 35 Jahren habe ich einen Prozess am Oberlandesgericht in Koblenz gegen die Kreis Sparkasse Westerwald gewonnen. Der feine Sparkassendirektor Herr Kexel, wollte mich um 40.000 DM bescheißen. Die meisten Deutschen fürchten aber die 13. Helmy war skeptisch, unentschlossen mit der 13.

Andere Länder andere Sitten .Im Gegensatz zu den Deutschen fürchtet man in Italien nämlich die 17. Das geht so weit, dass die Alitalia in ihren Flugzeugen keine Reihe 17 hat. Und Hotels vermieten kein Zimmer 17, 117 oder 217. Die 13 hingegen gilt seit dem alten Rom sogar als Glückszahl.

Jedenfalls hoffe ich, daß der heutige 13. uns allen Glück bringt. Übrigens, ich bin nicht abergläubisch. Vielleicht ein bißchen?

12.03. 14,00 Über Helmy´s Vorfahren weiß ich leider sehr wenig. Ihre Oma und Opa waren kleine Bauern in der Nähe von Hohenlimburg, Paula war leidenschaftliche Schuhverkäuferin, Wilhelm war Kaufmann. Mein Schwager Peter hätte gerne adelige, reiche Vorfahren gehabt, war aber scheinbar nicht. Es war aber immer die Rede davon, daß die Vorfahren Paula´s aus Ostpreußen stammten.

12.03. Es ist nicht alles Scheiße. Während meines Umzugs habe ich einige schöne Teile gefunden, die etwas in der Versenkung verschwunden waren. Müßten nur mal etwas neu poliert werden und wären dann wieder sehr schöne Schmuckstücke, die vor mehrere Generationen von meinen Vorfahren als Gesellenstücke und als Meisterstück angefertigt worden sind. Ein anderer Zweig meiner Vorfahren kommt aus der Metallbranche. Der Zigarrenabschneider und das Kegelspiel waren Gesellenstücke von meinen „Flüshöh“ Vorfahren. Der Bruder meiner Großmutter war Jahrelang in den dreißiger Jahren für die „DEMAG“ als Monteur in Asien und Rußland unterwegs.

12.03. 12,30 Die Sendung Werkzeuge nach Rußland sind verpackt, Rechnung und Zollpapiere geschrieben. Ich bin noch nicht ganz fertig in meinem Großraumbüro (ich lache ein bißchen ) trotzdem werde ich jetzt erst einmal mein „arme Leute Essen“, Steckrüben durcheinander, essen.

12.03. 10,30 Helmy, auf dem Weg nach Hause habe ich Schneegänse gesehen. Jedesmal wenn ich noch Schneegänse oder Kraniche sehen werde, werde ich daran denken, wie sehr Du Dich gefreut hast, wenn Du diese Vögel gesehen hast. Ich habe mich auch gefreut wenn ich sie sah, aber mehr habe ich mich über Deine Freude gefreut.

We’ll meet again, Don’t know where, Don’t know when, But I know We’ll meet again Some sunny day. Wenn ich nur wüßte ob das stimmt. Ich würde so gerne daran glauben.

12.03. 9,00 Als ich den Oleander gieße, sehe ich plötzlich Helmy´s Gesicht vor mir, als Sie starb. Was wollte sie mir sagen? Es wäre so wichtig für mich das zu wissen.

Wenn ich früher gewußt hätte, wie Helmy´s letztes Lebensjahr verlaufen würde, dann………

12.03. 7,30 Die Stimmungen: himmelhoch jauchsend, zu Tode betrübt. Wer kennt das nicht. Seit meine Helmy nicht mehr bei mir ist, herrsch zu Tode betrübt vor. Himmelhoch jauchsend ist schon sehr lange her. Gestern war „sehr betrübt“.

Da ich körperlich jetzt langsam vom putzen und schleppen am Ende bin, glaube ich, daß ich heute mal nicht in die alte Wohnung fahre, obwohl ich fast fertig werden könnte.

Meine Formstahlsendung ist an der Packstation. Gleich abholen, bei der Gelegenheit noch ein paar Sachen bei REWE holen. ist direkt gegenüber der Packstation.

03. 13,00 Hallo Helmy, zwischendurch erschrecke ich immer wieder und frage mich, wie konnte ich Dich alleine lassen??? Ich hätte natürlich sofort mit Dir gehen müssen. Jetzt ist es wahrscheinlich zu spät. Ich werde Dich nie wieder finden. Bitte, bitte verzeih mir, wenn Du kannst. Ich kann das nie wieder gut machen.

11.03. 9,30 Die Suppe kocht, natürlich Gemüsesuppe, und die Feinwäsche wäscht. ich gehe jetzt zum Arzt.

11.03. 7,30 Mein kindlicher Glaube, daß Helmy mir aus dem Jenseits, was immer und wo immer das auch sein mag, mir auf irgendeine Art beistehen könnte, bekommt kleine Risse. Ich bin sehr sicher, wenn sie könnte würde sie es tun.

Gestern Abend hat mir ein mir unbekannter Nachbar erklärt, daß meine weit über meine Grundstücksgrenze hinausragenden Äste beschnitten werden müßten. Bei der Gelegenheit sollte man gleich den Abhang (meinen Abhang) am besten gleich mit „durchforsten“. Er will heute mal mit einem einem Fachmann reden und mir heute Nachmittag mitteilen, was für Kosten auf mich zukommen könnten. Hallo? Da das sehr überraschend für mich kam, war ich eigentlich erstmal sprachlos. Ich bin sehr viele Jahre nicht an der in Frage kommenden Stelle gewesen. Und werde mir auf jeden Fall mir erstmal versuchen einen Überblick zu verschaffen. Nach Hagen fahren werde ich wegen der Zweige, die meinen unbekannten Nachbarn stören, jedenfalls nicht. Ich hoffe, daß mir einer hilft, der die Möglichkeit hat, mir die örtliche Situation zu beschreiben. Der natürlich parteiisch gefärbten Schilderung und Empfehlung des Nachbarn werde ich erstmal nicht folgen.

Mein Paket Werkzeuge wird nach Ankündigung der DHL erst morgen angeliefert werden. Ich muß gleich zum Arzt mir zwei Spritzen abholen.

10.03. 18,00 Gibt es irgendein System nach dem alles abläuft / passiert auf dieser Welt? oder läuft alles nach einem Zufallsprinzip ab. Warum rutsche ich mit 80 auf den Knien in der Wohnung rum, da ich scheinbar für die Endreinigung der Wohnung nicht mehr genügend Geld habe. Ohne die Initiative von Julia und Claudis hätte es bei mir ein böses finanzielles Erwachen gegeben. Ich denke ich werde für die noch anfallenden Kosten einigermaßen über die Runden kommen. Zum Flaschen sammeln habe ich echt keine Zeit. ganz abgesehen davon, würde ich das nicht machen. Meine Weltfirma hat Helmy sei Dank, in diesem Jahr wesentlich mehr Aufträge bekommen wie voriges Jahr um diese Zeit. Heute habe ich alleine eine Bestellung über 8 Stück Formstähle erhalten. Claudia ist der Meinung Mama hat dabei ihre Hand im Spiel.

Gerade hatte ich wieder den Eindruck von Helmy beobachtet zu werden. Habe ich zu viel Tavor oder zu wenig genommen?

10.03. 14,00 Ich fahre jetzt in die alte Wohnung weiter putzen. Ich bin es so leid, aber „wir schaffen das“.

10.03. 11,00 Ich habe schon immer gerne Spargel gegessen. Während der Hannover Messe „LIGNA“ war immer Spargelzeit. Helmy und ich sind dann abends oft raus auf die Dörfer rings um Hannover gefahren (wenn wir nicht zu müde waren) und haben in schönen Dorfgasthöfen Spargel gegessen. Wie Spargel gekocht wird, daß er geschält werden muß und das es dafür einen speziellen Spargelschäler gibt, habe ich allerdings viel später von Helmy gelernt. Wir haben beide sehr, sehr, gerne Spargel gegessen. heul.

Den Topf zum kochen unten und zum dämpfen oben, habe ich allerdings gekauft. Der war meiner sparsamen Helmy zu teuer. Gedämpfter Spargel ist ein besonderer Genuß.

Bei Hannover fällt mir dann wieder ein, sehr anstrengend, viel Adrenalin, hunderte von Zigaretten, knallgelbe Finger, die ich nur mit Schmirgelpapier wieder reinigen konnte, und außer dem eigentlichen Zweck dieser Veranstaltung verkaufen, jedesmal einmal das gemeinschaftliche Abendessen der ganzen Locatelli Truppe. In den ersten Jahren mit Adriano als Chef, später mit Fulvia als Chefin. Leider ist die „Mannschaft“ im Laufe der Jahre immer kleiner geworden. Trotzdem war das eigentlich immer der Höhepunkt des Arbeitsjahres.

10.03. 8,00 Gestern habe ich eine 5 mm starke, zusammengerollte Gummimatte von meinem Balkon ein paar Schritte getragen, das 5×1,5 Meter große Teil war verdammt schwer. Das hat meiner Bandscheibe gar nicht gefallen.

Auf der DHL online Seite kann ich sehen, daß meine Werkzeuge wahrscheinlich heute nicht ankommen. Also habe ich Zeit zu kochen. Es gibt frischen Spargel, weiß der Teufel wo der herkommt.

Immer wenn ich zur Ruhe komme, natürlich meistens im Bett, grübele ich darüber nach, wo meine Helmy ist. Es kommen mir immer wieder neue Gedanken. Heute morgen habe ich die Theorie der Wiedergeburt versucht zu denken. Meine kluge Schwiegermutter Paula, hat genau wie Helmy, nie verraten, an was sie im tiefsten Herzen wirklich glauben. Heute morgen fiel mir ein, daß Paula immer wieder gesagt hat, daß Helmy erst mit zwei Jahren zum ersten Mal gelacht hat. Waren das die Erinnerungen im Unterbewußtsein an ihr vorheriges Leben? Hatte sie vielleicht dort schon einmal genau so gelitten, wie die letzten Jahre in diesem Leben? Oder war es einfach die Wut oder der Schrecken in eine Familie geboren worden zu sein, mit einem Vater wie Wilhelm, mit Schwestern wie Lisa und Maggy und Brüdern wie Matzek und Fritz? Ihre Mutter Paula hat sie geliebt, obwohl weder Paula das sagen konnte noch Helmy. Wir stammen beide aus einer Generation, wo nicht bei jeder Gelegenheit gesagt wurde, „Ich liebe Dich“ . Aber das ist ein ganz anderes Thema. Helmy war bis zuletzt zu jedem anderen Menschen freundlich, selbst zu den Schwestern und Ärzten, die teilweise ziemlich empathielos waren. Fest steht jedenfalls, daß sie den Kontakt zu Ihren Geschwistern abgebrochen hat, und nicht mehr mit ihnen sprechen wollte. Egal welche Theorie ich versuche zu glauben, meine Helmy werde ich nach allen diesen Theorien nicht wiedersehen. Es sei denn, Ich glaube an den „Lieben Gott“ mit Himmel und Hölle. Aber gerade das fällt mir am Schwersten.

Der Gedanke an Allahs Paradies ist auch nicht verlockend: Juden und Christen werden eines Tages in der Hölle schmoren, weil sie neben Allah noch andere Götter verehrt haben: Die Juden haben Ezra, den Sohn Allahs verehrt und die Christan Jesus, den Sohn von Allah. (Al-Bukhari Hadit 6.60.105).

9.03. 17,30 Hier in der Lutherstr. habe ich eine Gummimatte unter das alte BMW Schätzchen gelegt. Mal beobachten, wieviel Öl er verliert.

Um den Tag schön abzurunden hatte ich dann die Ankündigung der Heizölfirma im Postfach : am 1.04. sind mal wieder 770 ,- € fällig.

Trotzdem werde ich mir jetzt schöne italienische Salami und ital. Schinken gönnen. Guten Appetit.

09.03. 12,00

Jetzt geht´s wieder.

09.03. 10.30 Der BMW läuft wieder.Die ganze Aktion Taxe, ADAC hat mal wieder eben 100 € gekostet. -wie sich rausgestellt hat, war ich gar kein ADAC Mitglied mehr. Auf meiner ADAC Krte steht: Mitglied seid 19 60 Jedenfalls bin ich jetzt neu angemeldet.

Heute Mittag gibt es Pommes bei mir, keine Zeit zum Kochen, muß einkaufen. Helmy hat gesagt, wenn schon Pommes dann wenigstens Pommes von MC.Cain.

09.03. 8,00

08-03. 19,30 Kaum zu glauben aber wahr, der Küchenabholer war endlich da. Bis jetzt haben 51 Interessenten geschrieben oder angerufen. Das nächste Problem ist mein BMW in der Tiefgarage, Batterie hat sich nicht erholt. Muß ich morgen sehen was ich machen kann. Die Taxifahrerin gerade ohne Maske, sie habe keine Angst sie hätte schon 30 Jahre keine Grippe gehabt, ihre Schlußfolgerung daraus „dann kann ich auch kein Corona kriegen“. Logisch, oder? Daß ich Angst habe, sie ohne Maske und ich daneben, interessierte die Dame herzlich wenig. Sie war 61 und hat ihr Leben gelebt. Sagt sie. Ihr Mann hat einen Kurschatten mit nach Hause gebracht. Einen neuen will sie nicht. Ihre Katzen reichen ihr. Übrigens das Problem mit einer Küchen hatte ihre Tochter auch. Nachdem die sich von Ihrem Mann getrennt hatte, wollte sie ihre Küche verkaufen. Die Küche hatte mal 15.000 € gekostet. Verkaufen hat nicht funktioniert. Der anschließende Versuch, die Küche zu verschenken, aber auch nicht. Sie hat die Küche dann entsorgen lassen. Unglaublich.

08.03. 12,00 Irgendwie sah es ja so aus, als würde es jetzt entspannter. Die Autobatterie ist leer. Habe für 10 Minuten die Scheinwerfer brennen lassen, um den Garagenboden reinigen zu können. Der Kühlschrank ist leer, Einkaufen wird heute nix. Zur Not heute Nachmittag zur Küche in Möckern mit dem Taxi. In der Tiefgarage ist keine Steckdose fürs Ladegerät. Mittwoch ist eigentlich ausgebucht. Ich bekomme Werkzeug, abholen Packstation, neu verpacken Papiere fertig machen und zur Packstation bringen um nach Sibirien versandt zu werden.

10,00 Heute ist Weltfrauentag. Vorab: ich bin absolut gegen jede Gewalt psychischer und psychis,sagt sie.her Gewalt gegen andere Menschen. Egal ob Kinder Männer oder Frauen. Obwohl ich zugebe, daß ich gerne mal dem einen oder der anderen mal kräftig einen in die Fresse hauen würde. Aber ich kann mich gut beherrschen und außerdem könnte auf Grund meines Alters mal der Schuß nach hinten losgehen. Das Gejammer wie schlecht, faul und dumm die Männer doch sind, ist um so lauter, je linker das berichtende Medium placiert ist. Wir dürfen ja nicht vergessen, den Muttertag gibt es ja auch noch. Bei diesem ganzen Beklagen der weiblichen Ungleichheit und der von Frauen ertragenen Ungerechtigkeit, vergessen die meisten scheinbar, daß ihre Männer so geworden sind, weil sie genau so von Ihren Müttern erzogen wurden. Ich muß auch alles alleine machen, und ich bin unglaublich froh darüber, daß ich bis jetzt nicht auf fremde Hilfe angewiesen bin. Wie gerne würde ich jetzt einfach mal hier sitzen bleiben oder spazieren gehen. Wenn meine Helmy jetzt noch bei mir wäre, wäre alles Super!

08.03. 8,00 Nachdem mich jetzt mehrere Leute die vereinbarten Abholtermine nicht eingehalten haben, soll die Küche heute um 18,00 abgeholt werden.

Ich bin seit vielen Monaten nervlich ziemlich angespannt. Den Gedanken einmal alleine in der Wohnung zu sitzen, ohne mich mit Helmy darüber austauschen zu können, wie sollen wir dieses oder jenes machen, haben wir , wenn ich ehrlich bin, immer verdrängt. Außerdem sind wir beide immer davon ausgegangen, daß ich zuerst „gehen würde“. Mir tun schon jetzt die Menschen echt leid, die diese Erfahrung noch vor sich haben. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich nicht immer wieder hätte sprechen können, auch heulend.

Irgendwann steht mir dann der nächste Schritt bevor. Wird er mich irgendwo hinbringen, wo ich Helmy wieder treffe, oder wird es ein Schritt in die Dunkelheit sein? Vielleicht gibt es bis dahin doch noch ein paar schöne Stunden, vielleicht schöne Tagen Wochen oder mehr, wer weiß.

07.03. 20,30 Gute Nacht Helmy, ich versuche ganz fest daran zu glauben, daß Du an einem schönen Ort bist, wo Du Dich wohlfühlst!

07.03. 12,30 Ich hab es doch noch geschafft, die Wohnung zu putzen. 34 qm ist natürlich wesentlich einfacher als 64 qm. Mein Mittagessen ist auch fertig : Pudding mit Erdbeersoße.

Wo ich mir heute Morgen über Freunde Gedanken gemacht habe, gerade hat ein guter Freund angerufen. Schön.

07.03. 10,30 Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, heute morgen die Wohnung zu putzen. Da ich ja in der Woche keine Zeit habe, bleibt nur der Sonntag, Nicht lachen. Da ich aber mal wieder keine Lust zum Putzen habe, schreibe ich lieber einiges auf, was mich heute morgen beschäftigt hat. Macht den Kopf ein bißchen aufgeräumter.

Ich schlafe mit Gedanken an Helmy ein, und ich werde mit Gedanken an Helmy wach. Heute morgen fiel mir beim Grübeln ein, obwohl ich alles was mit Soldaten zu tun hat absolut nicht leiden kann, „Ich hatt einen Kameraden“. Einen Kameraden, oder besser gesagt so einen  Freund wie Helmy hatte ich eigentlich außer Helmy keinen. Außer vielleicht meine Familie. Ein „wirklicher“ Freund war ein Schulfreund, der bis zu seinem Tod ein Freund war. Zumindest hat er das so gesehen. Er war Helmy´s Freund vor mir und hat mir sogar verziehen, dass ich ihm Helmy ausgespannt habe. Im Laufe unseres Lebens haben wir uns allerdings in sehr verschiedene Richtungen weiterentwickelt. Aus Respekt vor der wirklich tiefen Freundschaft meines Freundes zu mir, habe ich mich nie getraut, ihm mal richtig und grundsätzlich zu widersprechen. Nach seinem Tod, habe ich das zutiefst bereut und bereue es noch heute. Bei einem anderen „wirklichen“ Freund ist es genau anders herum. Ich bin sehr offen zu ihm und kann über alles sprechen. Bei ihm merke ich, dass er nicht gerne über private Dinge wirklich offen spricht. Ich überlege, ob er mir nicht vertraut, oder ob er vielleicht in Wirklichkeit kein Freund mehr ist, weil wir uns vielleicht zu weit auseinander entwickelt haben, ohne dass ich es gemerkt habe? Er ist mir sehr wichtig, sonst würde ich sagen „leck mich“ Zwischen Helmy und den „wirklichen“ Freunden, habe ich Gott sei Dank auch noch ein paar „normale“ Freunde. Für mich ist die Konsequenz daraus, möglichst offen miteinander umzugehen, mit Menschen, die einem wichtig sind. Und wenn einem andere Menschen nicht wichtig sind, sollte man die Freundlichkeit nicht übertreiben. Muß ja nicht jeder gleich so offen sein wie ich, aber…. (Ha, ha, ha)

Zwischen Helmy und mir, gab es keine Geheimnisse, jedenfalls nicht viele. Ich glaube, so ganz ohne persönliche Geheimnisse geht es aber auch nicht!

Soweit das Wort zum Sonntag. Lach!

07.03. 9,30 Der Interessent für meine Küche hat abgesagt. Ich habe jetzt alles zu verschenken in ebay Kleinanzeigen gesetzt. Ich sehe schon kommen, daß ich dafür auch noch einen „Entsorger“ bestellen und bezahlen muß. Unglaublich.

06.03. 22,00 Gute Nacht mein Schatz, danke daß Du mir geholfen hast! Ich liebe Dich!

06.03. 20,30 Der Spediteur hat geschrieben, nachdem ich mich bei ihm bedankt habe:

Guten Abend Herr Haase,
das freut mich natürlich!
Ja, hat alles super geklappt und alle haben beim Tragen mitgeholfen! So waren wir recht schnell fertig!
Vielen Dank und beste Grüße
Matthias Bühl

06.03. 20,00 Jetzt war ich doch noch einmal in der alten Wohnung. Um 17,30 rief ein Interessent an, er möchte heute noch die Küche sehen. Natürlich nichts wie hin. Es waren dann zwei Italiener da, die zusagten nächste Woche die Küche abzuholen. Geld für eine Anzahlung hatten sie nicht. Ich habe ihnen zugesagt, daß ich ihnen das Bügelbrett mit Bügeleisen dazugebe, wenn sie die Küche nächste Woche abholen. Ich denke, sie werden kommen.

06.03. 17,00 Der Hubschrauberfliegt immer noch über Leipzig,

Ich habe einen ziemlich langen Mittagsschlaf gehalten. Was ich geträumt habe, weiß ich leider nicht mehr, aber wach geworden bin ich, als ich im Schlaf ein lautes poltern hörte und bevor ich wach wurde gefragt habe: „was ist los, bist Du gefallen?“ keine Antwort. H.

06.03. 15,00 Ich wollte eigentlich heute Nachmittag noch einmal in die alte Wohnung um schon etwas zu putzen. Aber in der Stadt sind angeblich 100.000 Idioten unterwegs. Bleib lieber zu Hause. Der Polizeihubschrauber kreist schon seit Stunden über der Stadt. Gott sei Dank spielt RB heute in Freiburg, sonst wäre das Chaos hier aber perfekt.

Die sollten lieber dagegen demonstrieren, daß unsere Regierung zu blöd ist ,vorhandene Impfdosen spritzen zu lassen, anstatt andauernd irgendwelche nutzlosen Ministerpräsidenten Schwätzchen abzuhalten.

06.03. 12,00 Gestern war ich nervös, heute hatte ich auch noch Angst, daß mit dem Abladen und hochschleppen der Möbel etwas nicht klappen könnte. Dann kam vor kurzem die sehr schöne Nachricht von Julia:

Hallo Opa, alles hat geklappt und ist an Ort und Stelle.

Herzlichen Dank Julia, und an alle Unbekannten, die geholfen haben. aber auch an Sylvia und Bodo, die es überhaupt ermöglicht haben, das ich die Möbel dort unterbringen durfte.

05.03 20,00 Mir ist ein richtig dicker Stein vom Herzen gefallen. Das zweite Drittel der Möbel ist im Transporter verstaut und wird, wenn der Fahrer Recht behält, morgen früh gegen 10°° in der Prioreierstr. 11 sein. Ich bin diese Nacht alle Stunde wach geworden und war ziemlich unruhig. Ich hoffe. daß ich bald endlich mal wieder richtig schlafen kann ,sehr gerne im Traum zusammen mit Dir Helmy.

Ich war vorhin noch schnell bei Roßmann. Eine Frau, die locker meine Tochter hätte sein können glaubte auf mich aufpassen zu müssen, das ich auch die richtigen Putzmittel kaufe mit den dazugehörigen Putzlappen. Ehe ich mich versah hatte sie mir auch noch von Ihrer Mutter erzählt. Ich wußte jedenfalls nicht, wie ich der freundlichen Dame entkommen sollte. Ich bin sicher nicht auf Frauenbekanntschaften scharf, aber es tut trotzdem gut, wenn man als alter Mann noch als Mann wahrgenommen wird. Ich hoffe nicht, daß die Dame einen Husch hatte oder daß sie so schlecht sehen konnte daß sie gar nicht erkannt hat, mit wem sie ein bißchen flirtete. Mach Dir keine Sorgen Helmy!

Die Kommode und der Bücherschrank, den ich morgen nach Hagen transportiert haben möchte, stammen aus dieser Zeit. Es ist nichts besonderes und auch nicht mehr neu, wen wunderts, aber welches Möbelteil ist schon über sechs Generation wirklich genutzt worden?

05.03. Vormittag. Ich plane zur Zeit eine Reise nach NY in den nächsten Monaten. Vorher müssen viele Dinge bedacht, geplant und geklärt werden. Impfen muß vorher passiert sein, Wie kann ich meine Helmy mitnehmen, ohne mit den Behörden Probleme zu kriegen. Und vor allem, wie bekomme ich sie wieder nach Deutschland rein. Auch da die Frage, Will sie das überhaupt? Auch das wird sie mir nicht verraten. Aber es gibt auch noch eine Menge anderer Sachen zu erledigen. Wo bleiben Helmy´s Blumen? Was passiert mit meinem BMW. Im Mai ist der Tüv abgelaufen. Er verliert mal wieder Öl. Ich habe schon 2 neue Ölwannen einbauen lassen. Verschrotte ich das Auto bevor ich fliege? Wem gebe ich meine Wohnungsschlüssel? Was muß ich mit meiner Krankenkasse machen? Und vieles mehr. Vermiete ich meine Garage für die Zeit meiner Abwesenheit?

Durch das Schreiben habe ich jetzt meine Nervosität, ob mit dem Transport nach Hagen alles klappt, gut verdrängen können.

Helmy guckt tagsüber aus dem Fenster, Nachst drehe ich sie rum, so daß wir uns ansehen können. Will sie das überhaupt?

16,45 Ich war heute Nachmittag noch einmal in der Wohnung um alles ein bißchen geordneter für den morgigen Transport zusammen zu stellen. Es ist alles schwerer geworden. Das Gewicht der Dinge hat im gleichen Maße wie das Alter zugenommen. Dinge die mit 40 Jahren 40 Kg wogen, wiegen heute gefühlte 80 Kg.

Meinen Schraubstock und einige andere Werkzeuge, werde ich mit in meinen Keller nehmen. Werde ich nie wieder gebrauchen, aber ich bringe es einfach nicht fertig diese Dinge wegzuschmeißen. Als ich darüber nachdachte mußte ich an Helmy denken. Sie hätte gemerkt, was mit mir los ist und hätte gefragt; „bist Du verzweifelt? Sei nicht traurig!“ Ich habe geweint wie ein kleines Mädchen.

04.03. 11,30 Beim Arzt war eine Ärztin als Vertretung. Der erste Versuch in der Armbeuge eine Vene zu finden ging daneben. Der zweite Versuch auf dem Handrücken gelang, hinterließ aber einen ziemlich dicken, blauen Kolateralschaden.

Gerade hat ein alter Kunde angerufen, der meine Helmy gut kannte. Die Beiden haben sich auf den Messen immer sehr gut unterhalten. Er hat es nicht böse gemeint, aber er hat durch das Erzählen alter Erinnerrungen tief in meinen „Wunden“ gebohrt.

04.03. 9,00 Helmy, unser Rentnerleben hatten wir uns anders vorgestellt, oder?

Ich muß gleich zum Arzt mir eine Spritze abzuholen.

11,30 Bettwäsche abholen habe ich vergessen. Die Spritzen in der Apotheke müssen bestellt werden. Beim Parkautomaten ging das Licht aus, nachdem ich zwei € reingeworfen hatte. Sag ich doch. Aber ist nicht alles schlecht. Die nette Verkäuferin bei Roßmann hat mir meine Sachen in die Tüte gepackt, während ich das Geld rausholte.

Als ich am alten Hotel Astoria vorbeifuhr, mußte ich an Helmy denken. Das alte DDR Bonzen Hotel stand seit der Wiedervereinigung leer. und wird seit zwei Jahren renoviert und wieder aufgebaut. Helmy war so neugierig wie das wohl aussehen würde wenn es fertig wäre. Über jedes alte Haus in Leipzig was wieder schön hergerichtet wurde, hat sie sich gefreut. Wir sind leider, oder Gott sei Dank, nie auf die Idee gekommen, daß einer von uns beiden, das fertige Hotel Astoria nicht erleben würde. Vielleicht erleben wir es Beide nicht mehr, wer weiß?

03.03 10,00 Die Kochwäsche wäscht, die Gemüsesuppe kocht, die vollen Müllbeutel warten aufs entsorgen. Ich muß zum Geldautomaten um Geld für den Möbeltransport am Freitag zu holen, zur Apotheke um meine Eisen Spritzen zu holen, morgen muß ich wieder zum Arzt, außerdem muß ich zu Roßmann um ein neues Paket Swiffer Tücher und Fenster Putzmittel für die alte Wohnung zu holen.

03.03 8,00 An manchen Tagen ist alles „bescheiden“. Heute ist das Wetter schön, meine Wohnung ist fast fertig eingerichtet, der Transport der Restmöbel nach Hagen scheint gut organisiert zu sein, und trotzdem. Bis das Thema alte Wohnung nicht abgeschlossen ist……..

02.03. 18,00 Ich war noch einmal heute nachmittag in der alten Wohnung um noch weitere Sachen zu holen. Als ich aus dem Wohnzimmerfenster sah, sah ich Helmy vor mir, wie sie auf dem Balkon sitzend, tief in Gedanken versunken, in die Ferne sah. Das ist alles so tot traurig, daß ich nicht weiß, wie ich damit fertig werden soll.

Schon wenige Wochen nach diesem Foto war meine geliebte Helmy nicht mehr bei mir. Die sterbliche Hülle ist bei mir, ein bißchen hilft mir das.

02,03 11,15 Eigentlich war ich der Meinung, daß ich jetzt mit meiner schwierigen Situation besser fertig werde. Beim Arzt habe ich nach seinen Aufmunterungs Versuchen sogar lachen können. Eine große, aber sehr ängstliche Praktikantin hat mir dann die Vitamin Spritze gegeben. Auf dem REWE Parkplatz allerdings kam mir plötzlich in den Sinn, daß Helmy niemals mehr mit mir einkaufen gehen kann und schon bin ich mitten auf dem Parkplatz angefangen zu heulen. Als ich dann nach Hause kam, fing die ältere Dame aus der Nachbar Wohnung an mich auszufragen, „Wieviel bezahlen Sie denn, oder haben Sie die Wohnung gekauft? Ich bin auch schon lange alleine, aber man muß zurechtkommen.“ und schon ging das Geheule bei mir wieder los. Entschuldigung!

02.03. 7,30 Ich freue mich, daß wenigstens Claudia in NY einen Impftermin Anfang April bekommen hat. Ich habe noch keinen, obwohl unsere Medien voriges Jahr nicht genug über die Zustände in Bergamo und New York berichten konnten. Heute lästern und berichten die amerikanischen Medien darüber, wie katastrophal der Umgang mit Corona in Deutschland funktioniert. Wir haben die teuerste Corona App der Welt, wie die Regierung stolz verkündet. Sie ist nur nutzlos. Tausende Geschäfte und Kleinunternehmer werden Konkurs anmelden. Der, Entschuldigung, peinliche Wirtschaftsminister, und der im Nebel stochernde Gesundheitsminister und die wirklich sympathische aber scheinbar ahnungslose Bildungsministerin, der außer viel Lüften in den Schulklassen nicht wirklich etwas eingefallen ist, peinlich. Außer Spesen, nichts gewesen. Unsere Regierung war Weltmeister darin Fremden zu helfen, wenn es aber darum geht, der eigenen Bevölkerung zu helfen und sie zu schützen, worauf die Kanzlerin einen Eid geleistet hat, ist sie nur Mittelklasse. (Auch wenn ihr es nicht glaubt, ich bin nicht fremdenfeindlich)

01.03. 19,00 Jetzt hat sich eine Dame gemeldet, die nur die Unterschränke meiner Küche haben will. Ich warte mal noch. Aber das Bügelbrett mit samt Bügeleisen werde ich wohl mangels Nachfrage in den Müll werfen müssen?

01.03. 12,00 Helmy ging sehr gerne alle paar Wochen mal zu Ikea. Irgendetwas fand sie immer. Voriges Jahr um diese Zeit hat sie sich gefreut, wenn das mit Corona vorbei ist, gehen wir mal wieder zu Ikea. Wer konnte ahnen, daß Corona nie wieder weggehen könnte? Ich hatte manchmal keine Lust zu Ikea zu gehen. Ich würde heute nachts oder wann auch immer mit ihr gehen, wenn sie nur zu mir zurückkommen könnte.

Bei einem unserer letzten Besuche bei Ikea.

01.03. 10,00 Ich bin schon ziemlich angespannt. Klappt das alles mit dem Transport der Möbel nach Hagen? Finde ich noch jemanden, der mir meine Küche abnimmt? Schaffe ich es danach, die Wohnung und die Fenster zu putzen? Ich hoffe ein bißchen, daß meine doch ziemlich negative Einstellung, in Zukunft wieder optimistischer wird.

Ich warte auf ein Zeichen Helmy´s, daß es ihr gut geht. Ich habe immer daran geglaubt, daß man auch nach dem Leben auf dieser Welt, auf irgendeine Art und Weise verbunden bleiben kann. Vielleicht verstehe ich ihre Nachrichten nicht? Kann sie mich hören, wenn ich mit ihr spreche? Alle sagen mir, der blühende Oleander im Februar wäre eine Botschaft von ihr gewesen?

28.02. 12,00 Vor einem Jahr haben wir aus Angst vor Corona Dinge gemacht, die wir niemals für möglich gehalten hätten. Helmy blieb da schon zu Hause. Wenn ich einkaufen gewesen war, haben wir die eingekauften Lebensmittel erstmal einem Tag in „Quarantäne“ gestellt, aus Angst uns anzustecken. Ich habe mir sofort wenn ich in die Wohnung kam die Schuhe ausgezogen und die Hände gewaschen und mit Desinfektionsmittel eingesprüht. Ich habe Helmy nur noch auf die „Backe“ geküßt, aus Angst daß ich mich draußen infiziert habe. War Blödsinn, denn wenn ich es mir geholt hätte, hätte ich Helmy mit Sicherheit angesteckt.

Wir haben Damals gedacht, ein paar Wochen und Corona ist vorbei. Im Herbst können wir dann in Urlaub fahren. „Dann wird es Dir auch besser gehen, Helmy“ Wir haben Pläne gemacht, als hätten wir noch zehn Jahre Zeit.

Dann kam die Diagnose Lungenkrebs. Im Anfang haben wir noch den Ärzten in der Praxis Dr. Gessner vertraut, und gehofft, alles wird trotzdem gut. Geplant haben wir da schon nichts mehr. Aber von Woche zu Woche wurde mir klar, das nimmt ein ganz böses Ende. Trotzdem habe ich immer noch auf ein Wunder gehofft. Aber der „liebe Gott“ hat weder meine, noch die Gebete meiner Freunde und Kinder erhört.

Ich glaube, daß Helmy auch gebetet hat, und das sie unglaubliche Angst gehabt hat, daß die Ärzte bei Dr. Gessner doch nicht Recht hätten. Gehofft hat sie bis zum letzten Atemzug.

Bevor sie das letzte Mal ins Krankenhaus kam, habe ich ihr angeboten, zusammen „zu gehen“ aber davon wollte sie nichts wissen. Jetzt sitze ich Arschloch alleine hier und heule und heule. Aber helfen tut das gar nichts. Helmy ich hoffe es geht Dir gut, da wo Du jetzt auch immer sein magst!!! Ich liebe Dich!

28.02. 9,00 Jetzt folgt das Wort zum Sonntag auf andere Art. Gestern Abend habe ich zum ersten Mal hier im Haus den Müll entsorgt. Das Haus Nr. 20 ist sehr gepflegt, Hausflur, Garage, Keller, alles sehr gepflegt und sehr sauber. Aber der Müllraum schlägt dem Faß den Boden aus. Daß die gleichen Menschen, die etepetete in der Gegend rumlaufen und sich dann beim Müll wie die letzten Schweine verhalten, unglaublich.

Das erinnert mich an die Toiletten in unserer Firma in Priorei. Es waren immer um die zehn Leute, die die Toiletten benutzten. Da wurde auf und neben den Decken gesch….. Braun beschmierte Wände, die Toilettenbürste wurde nicht benutzt. Wenn man mit den Kollegen darüber sprach, hieß es immer (eigentlich von allen) „Wer macht denn so etwas? Was müssen das für Schweine sein?“ Die Toiletten waren dann manchmal so versaut, daß die Frauen sich weigerten dort zu putzen. Ich habe dann mit Gartenschlauch Schrubber und Bürste die Reinigung selbst vorgenommen. Daran wurde ich gestern hier im Müllraum erinnert.

Ich war im Zusammenhang mit Loc Maschinen , in vielen Toiletten. Die versautesten habe ich in Bosnien Herzegowina gesehen. In Malaysia war eine Frau angestellt, die den ganzen Tag nichts anderes machte, als die Toiletten, dort im Boden eingelassen, mit einem Hochdruckschlauch zu reinigen.

Auch nicht schlecht versaut waren die Toiletten im Sauerland. Ich war mit dem Inhaber kurz vorher in Alme´ bei Firma Locatelli gewesen. Unterwegs hielt er große Reden über die Zustände in Italien. Ich war da eigentlich total anderer Meinung, aber wenn man etwas verkaufen will, und es ging um einen Betrag von ca. 200.000 DM redet man dem Kunden schon gerne mal nach dem Maul, im Grunde eine Art von Prostitution. Als ich dann die Maschine bei ihm im Betrieb aufstellte, hat mich die Benutzung seiner Betriebstoiletten aus den Schuhen gehauen. Dagegen waren die Toiletten, pico bello..Bevor er über andere urteilte , wäre er besser einmal auf seine eigene Toilette gegangen.

Ja ganz schlimm, wenn ich einmal dran bin, dann ……………

27.02 20,30 Die letzte Oleander Blüte ist heute abgefallen. Genau drei Monate nach Helmy´s Tod. Alles Zufall? Interpretiere ich überall was rein, was gar nicht ist?

27.02 18,00 Meine alte Küche ist leider nicht abgeholt worden.

27.02. 12,00 Es ist noch nicht so lange her, das ich Ringelnatz gelesen habe. Leider ist mir das ganz gründlich vergangen.

27.02. 8,00 Ich habe Deinen Dyson jetzt auch endlich angebracht. Da ich Angst hatte, hinter der Schräge auf elektr. Kabel zu treffen, fiel mir ein, die Dübellöcher in die Rigipsplatten mit einem Korkenzieher zu bohren. Hat sehr gut funktioniert. Und völlig geräuschlos.

27.02. 7,00 Geliebte Helmy, es ist jetzt schon drei Monate her, daß Du nicht mehr konntest. Mein Schmerz und die Sehnsucht nach Dir, ist nicht kleiner geworden.

Da ich mal wieder meine Brille zerstört habe, war ich bei unserer Optikerin. Sie sagte: „das wird sehr lange dauern, bis Sie darüber hinwegkommen“. Als ich ihr sagte, daß ich so viel Zeit gar nicht mehr hätte, sagte sie „da haben Sie Recht“. Sie erschrak dann und verbesserte sich “ ein paar Jahre haben Sie doch noch“.

26.02. 20,15 And diesem Schreibtisch hat schon mein Opa in jungen Jahren in den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts gesessen.

. 17,45 Ich habe eine weitere Gardinenleiste unter die Decke geklebt. Eine fehlt mir noch müßte dazu aber zu IKEA……In der Küche habe ich unsere Küchenlampe angebracht, die Helmy noch ausgesucht hat, ebenso im Flur.+-

In der alten Wohnung habe ich ein Verlängerungskabel 5×1,5 mm. 25 M. mit Stecher und Kupplung, 1 Kabeltrommel 230 V.. 1 Gasheizstrahler ( zum Aufsetzen auf eine Gasflasche) 1 kleinen Schraubstock, 1 Handlampe, Neon Röhre, Ein paar andere Werkzeuge, nix besonderes. Keiner will scheinbar das Zeug haben, Wenn sich keiner meldet kommt das Zeug in den Schrott. Ich habe keinen Platz im Keller, und das ganz nochmal nach Priorei bringen. Ne, ich werde niemals mehr eine Werkstatt aufbauuen, ,Tut mir zwar in der Seele weh, aber auch das ist vorbei.

26.02. 12,00 Ich glaube, wer behauptet, die sähen nicht lecker aus, der hat einfach einen anderen Geschmack als wir.

26.02. 10,30 Ich sitze auf meiner Couch und schreibe Überweisungen für meine Mini Firma und zahle zwei Mieten für März, die alte Wohnung zum letzten Mal und die neue Wohnung auch schon zum zweiten mal. Anders war es nicht möglich eine entsprechende Wohnung zu bekommen. Jedenfalls. jedes mal wenn die Bank eine Zahlung per App von der Bank bestätigt wird, sehe ich zu Helmy´s Sessel, weil sie hat mich dann immer fragend angesehen, was das für eine Nachricht war. Heute sehe ich mal wieder öfter zu Helmy herüber, heul,heul.

Habe jetzt schon wieder viel zu lange geschwatzt / geschrieben, muß unbedingt zu Roßmann, da ich einige Sachen dringend benötige. Danach wird gebraten.

26.05. 10,00 Als ich jünger war, habe ich über das Gejammere über das Wetter, zu warm, zu kalt, zu trocken zu feucht, zu hell oder zu dunkeln nie vertragen können. Das Wetter war mir meistens ziemlich egal, um nicht zu sagen scheiß egal, solange wenn es bei der Arbeit gut lief und Helmy und ich keinen Krach hatten, war alles gut. In früheren Zeiten spielten die Kinder auch eine große Rolle. Mindestens war eins der Dreien irgendwie unglücklich aber ich denke das ist normal oder ? Wenn ich heute aus dem Fenster sehe, fange ich meistens (für mich alleine) an zu quengeln und bin unzufrieden. Aber ich glaube, das hat weniger mit dem Wetter zu tun, als vielmehr mit meinem persönlichen Seelenzustand. Früher gab es bei Helmy, wenn sie, wußte, daß ich ziemlich fertig wa, entweder Hühnersuppe, Gemüsesuppe, oder Reibeplätzchen. Da ich in den letzten Zeiten viel Gemüsesuppe gegessen habe, gibt es heute mal Reibeplätzchen für die Seele. Klingt pathetisch, hilft aber,

26.02. 7,30 Ich schalte das Fernsehen ein und sehe Bilder aus Estland. Sehr schöne Erinnerungen an unsere Fahrt um die Ostsee, die mich sehr traurig machen.

Helmy in Thallinn
Ich verstehe immer noch nicht was passiert ist. Helmy wird mich nie wieder so anstrahlen- Wie soll ich den Gedanken ertragen?

25.02. 14,00 Es wird ein bißchen leerer in der alten Wohnung Dafür wirds in der neuen Wohnung voller. Acht von Helmy´s Blumentöpfen hab ich jetzt in meiner kleinen Wohnung. Ich werde mir Mühe geben. sie anständig zu behandeln, aber wer mit mir nicht leben will, darf gehen.

25.02. 7,30 Ich fahre gleich wieder in die alte Wohnung um die Küche weiter abzubauen, Bettgestell zerlegen und vielleicht noch Gardinenleisten abzunehmen und die Löcher zuzuschmieren. Ich würde so gerne endlich mal wieder zu Hause bleiben können und meine Ruhe haben, im Gegensatz zu den jungen Leuten, die in Corona Zeiten nur noch den Wunsch haben mal richtig auszugehen und mal abzufeiern.

Gestern hat mich ein Mitbewohner im Aufzug mit „herzlich Willkommen“ begrüßt. Erstaunlich in einer Großstadt, wo eigentlich jeder dem Anderen egal ist.

24.02. 8,45 Als wir in Hagen noch eine ernst zu nehmende Firma betrieben, gab es immmer wieder Zeiten, wo ich morgens gegen 3Uhr wach wurde und nicht mehr schlafen konnte, Entweder ging es ums Geld, wann zahlt der Kunde X endlich seine Rechnungen? Bezahlt er sie überhaupt noch, er geht er pleite? Manchmal habe ich Wechsel von Kunden angenommen und auch größere Holzrechnungen mit Wechsel bezahlt. Bis dann innerhalb kurzer Zeit ca. zehn Kunden Konkurs anmeldeten. Der Alptraum war wahr geworden. 200.000 DM waren futsch .Es ging aber nicht nur um Geld, es ging auch um versprochene Lieferzusagen, die manchmal zu kurz akzeptiert worden waren, nur um einen Auftrag zu erhalten. Zum Schluß habe ich diesen Zustand nur noch mit Psychopharmaka überstanden. Nach Helmy´s Schlaganall haben wir haben dann 5 ziemliche sorglose Jahre in Leipzig gelebt.

Heute fühle ich mich an diese Zeiten erinnert. Schaffe ich es die alte Wohnung rechtzeitig zu räumen und Instand zu setzen? Schaffe ich es körperlich, schaffe ich es psychisch. Gestern ist mir die Arbeitsplatte beim Abbau der Küche in der Mitte durchgebrochen. Schaffe ich das alles finanziell? Jeden Tag allen unvorhergesehenen Kosten an. Gestern zum Beispiel meine Lesebrille. Die billigste Ausührung habe ich genommen,88 .- €.

Ich bin zur Zeit wieder ein „Psycherl“. Ich weiß nicht ob, oder wann ich mit dem nicht mehr da sein Helmy´s fertig werde. Die natürlich abfallenden Blüten des Oleander lassen mich überlegen, hat das etwas zu bedeuten? Ich träume letzte Nacht von meiner Mutter. Ich denke den ganzen Tag an Helmy, träume aber von meiner Mutter, zu der wir teilweise ein schwieriges Verhältnis hatten, weil sie nach dem Tod ihres Mannes mich scheinbar als ihr Eigentum betrachtete. Hat das was zu bedeuten?

Ich habe eigentlich keine Zeit meine Probleme hier nieder zuschreiben, aber das ist für mich eine Möglichkeit mit meinen Problemen fertig zu werden.

Ich muß die Wohnung putzen, ich bekomme heute ein Paket Werkzeuge, die ich in der Packstation abholen muß, dann getrennt verpacken, und wieder zur Packstation bringen muß. um sie dann nach Polen und Holland zu versenden. „Wir schaffen das „, zumal ich ja schon eine Tavor reingeschmissen habe.

23.02. 19.00 Ich wäre heue besser im Bett geblieben. Als ich aus der alten Wohnung nach Hause kam, ging der Aufzug nicht. Ich hatte einen Korb mit Blumentöpfen aus der alten Wohnung an der Hand und mußte dann vier Stockwerke hoch steigen. Gott sei Dank habe ich keine Wohnung im sechsten Stock gefunden. Das war jetzt schon das dritte Mal, daß der Aufzug nicht ging. Ich habe für heute die Schnauze voll, aber es hätte ja alles noch viel schlimmer kommen können.

23.02. 12,30 Liebe Helmy, es gibt heute Erbsensuppe aus der Dose, ich weiß, daß Du das nicht magst, aber ich bin gerade erst zurückgekommen. Ich habe leider nichts erreicht. Die Schlange an der Müll Annahmestelle war so lang, daß ich noch 1-2 weitere Stunden hätte warten müssen. Ein Paket für mich liegt in der Packstation. Es war eine Woche unterwegs und jetzt hat DHL mir keinen Abholcode gegeben, lange telefoniert und Mails geschrieben zuletzt habe ich einfach das Telefongespräch beendet, weil die dumme Dame einfach nicht kapierte, daß ich zur Zeit zwei Postadressen habe. Ich bin dann einkaufen gegangen.

Helmy, Du weißt, daß ich mich immer gewundert habe, warum so viele alte Menschen mit so einer langen Fresse herumlaufen. Langsam fange ich an es zu verstehen.

Als Du noch bei mir warst war alles einfacher, ich vermisse Dich sehr. Danke für die vielen gemeinsamen , schönen Erinnerungen, auch wenn ich jedesmal anfange zu heulen, wenn ich an Dich denke.

23.02. 8,00 Das Schleppen der restlichen Sachen gestern vom Dachboden hat Spuren hinterlassen. Die meisten Sachen davon werde ich gleich zur Müll Annahmestelle bringen . Die erste Waschmaschine Feinwäsche wäscht in der neue Wohnung. Wo jetzt Helmy´s Waschmaschine steht, war ursprünglich ein kleiner Kühlschrank.

22.02. 20,00 Den Dachboden in der alten Wohnung habe ich heute leergeräumt und besenrein verlassen. fünf mal die Treppe rauf und runter, denn der Aufzug fährt nur bis in die Vierte. Muskelkrämpfe diese Nacht lassen schon mal grüßen.

.12,30 Um finanziell einigermaßen über die Runden zu kommen, muß ich auch meine kleine Firma „am laufen halten“. Ich mache das ja gerne, aber im Moment habe ich ziemlich viel wohnungstechnisch am Hals. Man ist scheinbar mit 80(weiß ja noch nicht zu werden) auch nicht mehr so belastbar wie mit 59. Ha, ha.

22.02. 8,00 Ich sehe die Werbung von Giesswein Schuhen im Fernsehen und heule. Helmy war so stolz auf ihre Giesswein Schuhe. Ich habe ihr die Schuhe für ihren letzten Weg angezogen. Es ist alles so unglaublich traurig. Ich vermisse Dich so sehr. Ich sehne mich einfach nach ein bißchen Ruhe. Ich habe immer mehr das Gefühl, ich schaffe das einfach nicht alles.

21.02. 18,30 Meine Küche in der alten Wohnung hat jetzt auch einen Abnehmer gefunden. sie wird Samstag abgeholt.

21.02. 14,00 Helmys Strick – u. Wollekorb hat auch seinen Platz gefunden, ebenso wie unsere Haasen.

Ist noch etwas Unordnung, aber es wird.

21.02. 8,00 Der Oleander hat jetzt 6 Blüten. Ich glaube, daß Helmy mit mir in die neue Wohnung gegangen ist, aber ich kann nichts von ihr sehen, nichts von ihr hören, aber riechen kann ich sie. Es riecht nach Lavendel, den Geruch, den sie sehr geliebt hat.

20.02. 17,30 Jetzt hängt mein Badezimmerschrank auch. Bin sehr froh, und wie in letzter Zeit immer, ziemlich platt. Als unsere Welt noch in Ordnung war, haben wir immer ein entspanntes Mittagsschläfchen gehalten. Geht bei mir schon seit Monaten nicht mehr.

20.02. 14,30 Es ist zwar noch nicht alles an seinem Platz, aber ich glaube ich habe eine schöne Wohnung gefunden. Was sagst Du dazu Helmy?

20.02. 11,45 Ich packe Helmy´s Kleidung in den Schrank. Einen Teil davon habe ich ja schon gespendet. Es ist so grausam, Ihre Hemden, Blusen , oder BH´s in den Schrank zu packen. Es erscheint mir alles so sinnlos.

Jedesmal, wenn ich den Kleiderschrank öffne, werde ich Helmy´s Kleider sehen. Werde ich mich daran gewöhnen, oder werde ich jedesmal, so lange ich lebe, heulen? Wegwerfen geht absolut nicht.

20.02. 8,00. Es sieht immer noch aus, wie bei Hempels unterm Sofa. Es gibt noch sehr viel zu tun. Schwierig alle Sachen unterzubringen, wenn die Wohnung nur noch halb so groß ist wie die Vorherige. Welche Sachen, vor allem in der Küche, räume ich wo ein, welche bringe ich in den Keller und welche schmeiße ich weg. Das war in meiner Werkstatt einfacher für mich. Aber auf Helmy warten brauche ich nicht, sie wird verdammt noch mal nicht kommen. Richtig Lust etwas zu tun habe ich keine, obwohl herrliches Wetter ist und Sonnenschein.. Jetzt alleine Frühstücken ist auch nicht das gelbe vom Ei.

Ich liege im Bett und denke daran, wie wir zusammen alt werden wollten, das restliche Leben genießen und dann friedlich sterben. Aus heutiger Sicht ein naiver, kindlicher Traum.. Gut daß wir das unser Leben lang nicht wußten. Aber, Wir sind kein Sonderfall. Ich denke an John Lennons Spruch: Leben ist das, was passiert, ………………………………..

19.02. 17.30 Ich fahre jetzt zweiundsechzig Jahre Auto. Eingeschlafen an einer Ampel bin ich allerdings heute zum ersten Mal. Nicht nur kurz die Augen zugefallen nein richtig schön geduckelt. Hinter mir die haben geduldig geartet, laß den Alten mal ruhig schlafen, Ha, ha, ha.

19.02. 11,35 Die Waschmaschine ist angeschlossen. Nicht gekocht, habe keinen großen Hunger und mache mir heute nur ein Butterbrot.

19.02. 9,00 Leider nicht so gut geschlafen wie erhofft. Ich hab mir jetzt schnell noch Butterbrot gemacht, da wie ich hoffe, der Handwerker kommt und meine Waschmaschine anschließt.

Gerade habe ich einige Bücher von Helmy ausgepackt, da der Karton vorne an stand. Ich sehe die Bücher, die sie gerne hatte und heule. Es ist mir scheiß egal, was ihr von mir denkt,

18.02. 22,00 Ich habe übrigens den Oleander noch in die Lutherstr. geholt. Ich fange,, über die Zusammenhänge zwischen Helmy und einigen ungewöhnlichen Ereignissen nachzudenken.

Wenn mir einer vor einem Jahr irgend etwas von einer blühende Blume und den Zusammenhang mit etwas unerklärlichem erzählt hätte, ich hätte ihn nur bemitleidet.

18.02 19,00 Ich hoffe ich habe mir heute kein Corona eingefangen. Vier Umzugsleute ohne Maske.

Ich denke ich werde gut schlafen??

12.02 14,00 Wir sind gut angekommen, aber das Chaos ist beängstigend .Ich muß jetzt erst nochmal in die Bucksdorffstr. Opa hat einen Inbusschlüssel vergessen, um das Bett zu montieren.

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