Ab 12.02. LUTHERSTR.

27.02. 12,00 Es ist noch nicht so lange her, das ich Ringelnatz gelesen habe. Leider ist mir das ganz gründlich vergangen.

27.02. 8,00 Ich habe Deinen Dyson jetzt auch endlich angebracht. Da ich Angst hatte, hinter der Schräge auf elektr. Kabel zu treffen, fiel mir ein, die Dübellöcher in die Rigipsplatten mit einem Korkenzieher zu bohren. Hat sehr gut funktioniert. Und völlig geräuschlos.

27.02. 7,00 Geliebte Helmy, es ist jetzt schon drei Monate her, daß Du nicht mehr konntest. Mein Schmerz und die Sehnsucht nach Dir, ist nicht kleiner geworden.

Da ich mal wieder meine Brille zerstört habe, war ich bei unserer Optikerin. Sie sagte: „das wird sehr lange dauern, bis Sie darüber hinwegkommen“. Als ich ihr sagte, daß ich so viel Zeit gar nicht mehr hätte, sagte sie „da haben Sie Recht“. Sie erschrak dann und verbesserte sich “ ein paar Jahre haben Sie doch noch“.

26.02. 20,15 And diesem Schreibtisch hat schon mein Opa in jungen Jahren in den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts gesessen.

. 17,45 Ich habe eine weitere Gardinenleiste unter die Decke geklebt. Eine fehlt mir noch müßte dazu aber zu IKEA……In der Küche habe ich unsere Küchenlampe angebracht, die Helmy noch ausgesucht hat, ebenso im Flur.+-

In der alten Wohnung habe ich ein Verlängerungskabel 5×1,5 mm. 25 M. mit Stecher und Kupplung, 1 Kabeltrommel 230 V.. 1 Gasheizstrahler ( zum Aufsetzen auf eine Gasflasche) 1 kleinen Schraubstock, 1 Handlampe, Neon Röhre, Ein paar andere Werkzeuge, nix besonderes. Keiner will scheinbar das Zeug haben, Wenn sich keiner meldet kommt das Zeug in den Schrott. Ich habe keinen Platz im Keller, und das ganz nochmal nach Priorei bringen. Ne, ich werde niemals mehr eine Werkstatt aufbauuen, ,Tut mir zwar in der Seele weh, aber auch das ist vorbei.

26.02. 12,00 Ich glaube, wer behauptet, die sähen nicht lecker aus, der hat einfach einen anderen Geschmack als wir.

26.02. 10,30 Ich sitze auf meiner Couch und schreibe Überweisungen für meine Mini Firma und zahle zwei Mieten für März, die alte Wohnung zum letzten Mal und die neue Wohnung auch schon zum zweiten mal. Anders war es nicht möglich eine entsprechende Wohnung zu bekommen. Jedenfalls. jedes mal wenn die Bank eine Zahlung per App von der Bank bestätigt wird, sehe ich zu Helmy´s Sessel, weil sie hat mich dann immer fragend angesehen, was das für eine Nachricht war. Heute sehe ich mal wieder öfter zu Helmy herüber, heul,heul.

Habe jetzt schon wieder viel zu lange geschwatzt / geschrieben, muß unbedingt zu Roßmann, da ich einige Sachen dringend benötige. Danach wird gebraten.

26.05. 10,00 Als ich jünger war, habe ich über das Gejammere über das Wetter, zu warm, zu kalt, zu trocken zu feucht, zu hell oder zu dunkeln nie vertragen können. Das Wetter war mir meistens ziemlich egal, um nicht zu sagen scheiß egal, solange wenn es bei der Arbeit gut lief und Helmy und ich keinen Krach hatten, war alles gut. In früheren Zeiten spielten die Kinder auch eine große Rolle. Mindestens war eins der Dreien irgendwie unglücklich aber ich denke das ist normal oder ? Wenn ich heute aus dem Fenster sehe, fange ich meistens (für mich alleine) an zu quengeln und bin unzufrieden. Aber ich glaube, das hat weniger mit dem Wetter zu tun, als vielmehr mit meinem persönlichen Seelenzustand. Früher gab es bei Helmy, wenn sie, wußte, daß ich ziemlich fertig wa, entweder Hühnersuppe, Gemüsesuppe, oder Reibeplätzchen. Da ich in den letzten Zeiten viel Gemüsesuppe gegessen habe, gibt es heute mal Reibeplätzchen für die Seele. Klingt pathetisch, hilft aber,

26.02. 7,30 Ich schalte das Fernsehen ein und sehe Bilder aus Estland. Sehr schöne Erinnerungen an unsere Fahrt um die Ostsee, die mich sehr traurig machen.

Helmy in Thallinn
Ich verstehe immer noch nicht was passiert ist. Helmy wird mich nie wieder so anstrahlen- Wie soll ich den Gedanken ertragen?

25.02. 14,00 Es wird ein bißchen leerer in der alten Wohnung Dafür wirds in der neuen Wohnung voller. Acht von Helmy´s Blumentöpfen hab ich jetzt in meiner kleinen Wohnung. Ich werde mir Mühe geben. sie anständig zu behandeln, aber wer mit mir nicht leben will, darf gehen.

25.02. 7,30 Ich fahre gleich wieder in die alte Wohnung um die Küche weiter abzubauen, Bettgestell zerlegen und vielleicht noch Gardinenleisten abzunehmen und die Löcher zuzuschmieren. Ich würde so gerne endlich mal wieder zu Hause bleiben können und meine Ruhe haben, im Gegensatz zu den jungen Leuten, die in Corona Zeiten nur noch den Wunsch haben mal richtig auszugehen und mal abzufeiern.

Gestern hat mich ein Mitbewohner im Aufzug mit „herzlich Willkommen“ begrüßt. Erstaunlich in einer Großstadt, wo eigentlich jeder dem Anderen egal ist.

24.02. 8,45 Als wir in Hagen noch eine ernst zu nehmende Firma betrieben, gab es immmer wieder Zeiten, wo ich morgens gegen 3Uhr wach wurde und nicht mehr schlafen konnte, Entweder ging es ums Geld, wann zahlt der Kunde X endlich seine Rechnungen? Bezahlt er sie überhaupt noch, er geht er pleite? Manchmal habe ich Wechsel von Kunden angenommen und auch größere Holzrechnungen mit Wechsel bezahlt. Bis dann innerhalb kurzer Zeit ca. zehn Kunden Konkurs anmeldeten. Der Alptraum war wahr geworden. 200.000 DM waren futsch .Es ging aber nicht nur um Geld, es ging auch um versprochene Lieferzusagen, die manchmal zu kurz akzeptiert worden waren, nur um einen Auftrag zu erhalten. Zum Schluß habe ich diesen Zustand nur noch mit Psychopharmaka überstanden. Nach Helmy´s Schlaganall haben wir haben dann 5 ziemliche sorglose Jahre in Leipzig gelebt.

Heute fühle ich mich an diese Zeiten erinnert. Schaffe ich es die alte Wohnung rechtzeitig zu räumen und Instand zu setzen? Schaffe ich es körperlich, schaffe ich es psychisch. Gestern ist mir die Arbeitsplatte beim Abbau der Küche in der Mitte durchgebrochen. Schaffe ich das alles finanziell? Jeden Tag allen unvorhergesehenen Kosten an. Gestern zum Beispiel meine Lesebrille. Die billigste Ausührung habe ich genommen,88 .- €.

Ich bin zur Zeit wieder ein „Psycherl“. Ich weiß nicht ob, oder wann ich mit dem nicht mehr da sein Helmy´s fertig werde. Die natürlich abfallenden Blüten des Oleander lassen mich überlegen, hat das etwas zu bedeuten? Ich träume letzte Nacht von meiner Mutter. Ich denke den ganzen Tag an Helmy, träume aber von meiner Mutter, zu der wir teilweise ein schwieriges Verhältnis hatten, weil sie nach dem Tod ihres Mannes mich scheinbar als ihr Eigentum betrachtete. Hat das was zu bedeuten?

Ich habe eigentlich keine Zeit meine Probleme hier nieder zuschreiben, aber das ist für mich eine Möglichkeit mit meinen Problemen fertig zu werden.

Ich muß die Wohnung putzen, ich bekomme heute ein Paket Werkzeuge, die ich in der Packstation abholen muß, dann getrennt verpacken, und wieder zur Packstation bringen muß. um sie dann nach Polen und Holland zu versenden. „Wir schaffen das „, zumal ich ja schon eine Tavor reingeschmissen habe.

23.02. 19.00 Ich wäre heue besser im Bett geblieben. Als ich aus der alten Wohnung nach Hause kam, ging der Aufzug nicht. Ich hatte einen Korb mit Blumentöpfen aus der alten Wohnung an der Hand und mußte dann vier Stockwerke hoch steigen. Gott sei Dank habe ich keine Wohnung im sechsten Stock gefunden. Das war jetzt schon das dritte Mal, daß der Aufzug nicht ging. Ich habe für heute die Schnauze voll, aber es hätte ja alles noch viel schlimmer kommen können.

23.02. 12,30 Liebe Helmy, es gibt heute Erbsensuppe aus der Dose, ich weiß, daß Du das nicht magst, aber ich bin gerade erst zurückgekommen. Ich habe leider nichts erreicht. Die Schlange an der Müll Annahmestelle war so lang, daß ich noch 1-2 weitere Stunden hätte warten müssen. Ein Paket für mich liegt in der Packstation. Es war eine Woche unterwegs und jetzt hat DHL mir keinen Abholcode gegeben, lange telefoniert und Mails geschrieben zuletzt habe ich einfach das Telefongespräch beendet, weil die dumme Dame einfach nicht kapierte, daß ich zur Zeit zwei Postadressen habe. Ich bin dann einkaufen gegangen.

Helmy, Du weißt, daß ich mich immer gewundert habe, warum so viele alte Menschen mit so einer langen Fresse herumlaufen. Langsam fange ich an es zu verstehen.

Als Du noch bei mir warst war alles einfacher, ich vermisse Dich sehr. Danke für die vielen gemeinsamen , schönen Erinnerungen, auch wenn ich jedesmal anfange zu heulen, wenn ich an Dich denke.

23.02. 8,00 Das Schleppen der restlichen Sachen gestern vom Dachboden hat Spuren hinterlassen. Die meisten Sachen davon werde ich gleich zur Müll Annahmestelle bringen . Die erste Waschmaschine Feinwäsche wäscht in der neue Wohnung. Wo jetzt Helmy´s Waschmaschine steht, war ursprünglich ein kleiner Kühlschrank.

22.02. 20,00 Den Dachboden in der alten Wohnung habe ich heute leergeräumt und besenrein verlassen. fünf mal die Treppe rauf und runter, denn der Aufzug fährt nur bis in die Vierte. Muskelkrämpfe diese Nacht lassen schon mal grüßen.

.12,30 Um finanziell einigermaßen über die Runden zu kommen, muß ich auch meine kleine Firma „am laufen halten“. Ich mache das ja gerne, aber im Moment habe ich ziemlich viel wohnungstechnisch am Hals. Man ist scheinbar mit 80(weiß ja noch nicht zu werden) auch nicht mehr so belastbar wie mit 59. Ha, ha.

22.02. 8,00 Ich sehe die Werbung von Giesswein Schuhen im Fernsehen und heule. Helmy war so stolz auf ihre Giesswein Schuhe. Ich habe ihr die Schuhe für ihren letzten Weg angezogen. Es ist alles so unglaublich traurig. Ich vermisse Dich so sehr. Ich sehne mich einfach nach ein bißchen Ruhe. Ich habe immer mehr das Gefühl, ich schaffe das einfach nicht alles.

21.02. 18,30 Meine Küche in der alten Wohnung hat jetzt auch einen Abnehmer gefunden. sie wird Samstag abgeholt.

21.02. 14,00 Helmys Strick – u. Wollekorb hat auch seinen Platz gefunden, ebenso wie unsere Haasen.

Ist noch etwas Unordnung, aber es wird.

21.02. 8,00 Der Oleander hat jetzt 6 Blüten. Ich glaube, daß Helmy mit mir in die neue Wohnung gegangen ist, aber ich kann nichts von ihr sehen, nichts von ihr hören, aber riechen kann ich sie. Es riecht nach Lavendel, den Geruch, den sie sehr geliebt hat.

20.02. 17,30 Jetzt hängt mein Badezimmerschrank auch. Bin sehr froh, und wie in letzter Zeit immer, ziemlich platt. Als unsere Welt noch in Ordnung war, haben wir immer ein entspanntes Mittagsschläfchen gehalten. Geht bei mir schon seit Monaten nicht mehr.

20.02. 14,30 Es ist zwar noch nicht alles an seinem Platz, aber ich glaube ich habe eine schöne Wohnung gefunden. Was sagst Du dazu Helmy?

20.02. 11,45 Ich packe Helmy´s Kleidung in den Schrank. Einen Teil davon habe ich ja schon gespendet. Es ist so grausam, Ihre Hemden, Blusen , oder BH´s in den Schrank zu packen. Es erscheint mir alles so sinnlos.

Jedesmal, wenn ich den Kleiderschrank öffne, werde ich Helmy´s Kleider sehen. Werde ich mich daran gewöhnen, oder werde ich jedesmal, so lange ich lebe, heulen? Wegwerfen geht absolut nicht.

20.02. 8,00. Es sieht immer noch aus, wie bei Hempels unterm Sofa. Es gibt noch sehr viel zu tun. Schwierig alle Sachen unterzubringen, wenn die Wohnung nur noch halb so groß ist wie die Vorherige. Welche Sachen, vor allem in der Küche, räume ich wo ein, welche bringe ich in den Keller und welche schmeiße ich weg. Das war in meiner Werkstatt einfacher für mich. Aber auf Helmy warten brauche ich nicht, sie wird verdammt noch mal nicht kommen. Richtig Lust etwas zu tun habe ich keine, obwohl herrliches Wetter ist und Sonnenschein.. Jetzt alleine Frühstücken ist auch nicht das gelbe vom Ei.

Ich liege im Bett und denke daran, wie wir zusammen alt werden wollten, das restliche Leben genießen und dann friedlich sterben. Aus heutiger Sicht ein naiver, kindlicher Traum.. Gut daß wir das unser Leben lang nicht wußten. Aber, Wir sind kein Sonderfall. Ich denke an John Lennons Spruch: Leben ist das, was passiert, ………………………………..

19.02. 17.30 Ich fahre jetzt zweiundsechzig Jahre Auto. Eingeschlafen an einer Ampel bin ich allerdings heute zum ersten Mal. Nicht nur kurz die Augen zugefallen nein richtig schön geduckelt. Hinter mir die haben geduldig geartet, laß den Alten mal ruhig schlafen, Ha, ha, ha.

19.02. 11,35 Die Waschmaschine ist angeschlossen. Nicht gekocht, habe keinen großen Hunger und mache mir heute nur ein Butterbrot.

19.02. 9,00 Leider nicht so gut geschlafen wie erhofft. Ich hab mir jetzt schnell noch Butterbrot gemacht, da wie ich hoffe, der Handwerker kommt und meine Waschmaschine anschließt.

Gerade habe ich einige Bücher von Helmy ausgepackt, da der Karton vorne an stand. Ich sehe die Bücher, die sie gerne hatte und heule. Es ist mir scheiß egal, was ihr von mir denkt,

18.02. 22,00 Ich habe übrigens den Oleander noch in die Lutherstr. geholt. Ich fange,, über die Zusammenhänge zwischen Helmy und einigen ungewöhnlichen Ereignissen nachzudenken.

Wenn mir einer vor einem Jahr irgend etwas von einer blühende Blume und den Zusammenhang mit etwas unerklärlichem erzählt hätte, ich hätte ihn nur bemitleidet.

18.02 19,00 Ich hoffe ich habe mir heute kein Corona eingefangen. Vier Umzugsleute ohne Maske.

Ich denke ich werde gut schlafen??

12.02 14,00 Wir sind gut angekommen, aber das Chaos ist beängstigend .Ich muß jetzt erst nochmal in die Bucksdorffstr. Opa hat einen Inbusschlüssel vergessen, um das Bett zu montieren.

finanziero.de

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